Verhandlungspraxis
Schweiz: Reichtum verstecken!

Obgleich Schweizer und Deutsche Nachbarn sind, gibt es merkliche Mentalitätsunterschiede, auch im Geschäftlichen. Um zum Vertragsabschluss zu gelangen, reichen persönliche Beziehungen bei weitem nicht aus. Bei den Eidgenossen muss man mit anderen Qualitäten punkten.

Historischer und politischer Hintergrund

Die Ursprünge der Schweiz als unabhängiger Staat reichen zurück bis ins Jahr 1291. Heute ist das Land ein föderaler Bundesstaat, der aus 26 Kantonen besteht. Davon sind sechs französisch-, einer italienisch-, einer rhätoromanisch- und der Rest deutschsprachig. Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung und ein gesetzgebendes Organ für lokale Angelegenheiten. Über nationale und internationale Angelegenheiten entscheidet das Bundesparlament.

Der politisch-legislative Spielraum ist durch Referendum (Volksentscheid, womit die Bürger praktisch die gesamte Gesetzgebung kontrollieren können) und Kantonsgewalt erheblich eingeschränkt: Die zentralen Institutionen in Bern (die drei "Eidgenössischen Räte") sind der Bundesrat (Regierung, Exekutivbehörde), der Nationalrat (Volksvertretung) und der Ständerat (Vertretung der Kantone). Diese bilden zusammen die Bundesversammlung (Gesamtparlament). Das Regierungssystem überträgt fast alles auf eine lokale oder individuelle Ebene.

In der Hauptstadt Bern und den beiden anderen Geschäftszentren Basel und Zürich wird zwar Deutsch gesprochen. Der lokale Dialekt, Schweizerdütsch, unterscheidet sich allerdings erheblich vom Hochdeutschen. Üblicherweise ist er jedoch auf private oder nicht offizielle Anlässe beschränkt und Verhandlungen finden auf Hochdeutsch statt. Zudem beherrschen viele Schweizer neben Deutsch und Französisch auch Englisch; dies ist in der italienisch sprechenden Region (Lugano, Locarno) allerdings seltener der Fall.

Wegen der nationalen Verschiedenheiten bestehen in den Kantonen unterschiedliche Feiertage und Feste. Beispielsweise ist die Karwoche im katholischen Süden wichtig. Im Juli und August ist Ferienzeit, Termine sollten nicht in diese Zeit gelegt werden.

Die Stadt Genf ist Sitz der EFTA, GATT, IRC, WHO sowie zehn anderer UN-Behörden, obwohl die Schweiz erst 2002 Mitglied der UNO wurde. Das Land ist zudem in allen wichtigen Wirtschaftsgruppierungen wie OECD, IWF, Weltbank und WTO vertreten sowie Gründungsmitglied der EFTA. Seit April 2007 gibt es auch eine Delegation der EU-Kommission in Bern. Sie ist zugleich für Liechtenstein zuständig.

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