Verkehrsbetriebe: Private Busse sollen durch Israel rollen

Verkehrsbetriebe
Private Busse sollen durch Israel rollen

Israel will den öffentlichen Verkehr privatisieren. Allein in diesem Monat sollen noch 100 Busstrecken freigegeben. Für ausländische Verkehrsbetriebe tun sich also neue Chancen auf. Und: Weitere Privatisierungen sind bereits geplant.

gtai JERUSALEM. Im Januar 2009 hat das israelische Verkehrsministerium 100 Busstrecken des öffentlichen Verkehrs für gewerbliche Betreiber freigegeben. Bisher wurden die Strecken von den beiden Großgenossenschaften Egged und Dan betrieben. Mit der neuen Maßnahme durchbricht der Anteil privatisierter Strecken die 25-Prozent-Marke. Weitere Privatisierungen sind bereits beschlossene Sache.

Rationalisierung durch Privatisierung: Nach diesem Grundsatz übergibt die israelische Regierung immer mehr öffentliche Busstrecken an Privatbetreiber. Es handelt sich um Strecken, die bisher von den beiden großen Busgenossenschaften Egged und Dan betrieben wurden. Im Januar 2009 schrieb das Verkehrsministerium weitere 100 Busstrecken in der nördlich von Tel Aviv gelegenen Scharon-Region aus. Hierbei stehen alle bisher von Egged in den Städten Kfar Saba, Raanana, Herzliya und Hod Hasharon betriebenen innerstädtischen Verbindungen sowie alle von Dan betriebenen Verbindungen zwischen der Scharon-Region auf der einen und Tel Aviv auf der anderen Seite zur Disposition.

Traditionell ist Dan im Großraum Tel Aviv tätig, während Egged, die größere der beiden Kooperativen, Strecken im Rest des Landes betreibt. Bis 2000 genossen die beiden Großbetreiber den Status von Regionalmonopolen und betrieben zusammen 94 Prozent aller Busstrecken. Die restlichen sechs Prozent verteilten sich auf kleine Regionalgesellschaften. Seit Beginn der Reform im Jahre 2000 wurden 25 Prozent aller Egged- und Dan- Strecken privatisiert. Die neue Ausschreibung wird diesen Anteil auf rund 28 Prozent erhöhen.

Damit ist der Deregulierungsprozess jedoch nicht abgeschlossen. Nach Mitteilung des Verkehrsministeriums finden bereits Verhandlungen zwischen dem Ressort und den beiden Großgenossenschaften über die Privatisierung weiterer Regionalnetze statt.

Mit dem Privatisierungsprozess verfolgt die israelische Regierung die Ziele, den öffentlichen Verkehr preiswerter, effizienter, flächendeckender und nutzerfreundlicher zu gestalten. Eine verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gehört zu den wichtigsten verkehrspolitischen Zielen des Staates. Das Busnetz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Zwar führt die Eisenbahn ein erfolgreiches Expansionsprogramm im Fern- und Vorstadtverkehr durch, doch bleibt der innerstädtische Verkehr trotz der Pläne zum Bau von S-Bahn-Systemen auf absehbare Zeit dem Busverkehr vorbehalten.

Nach Feststellung des Verkehrsministeriums gehen die Preise auf privatisierten Strecken - und das bei gleichzeitiger Verbesserung des Dienstleistungsniveaus - um 20 Prozent bis 40 Prozent zurück. Zu Beginn des Jahrzehnts wurden mehrere private Busgesellschaften gegründet, die sich seitdem auf Ausschreibungen für deregulierte Strecken bewarben. In den ersten Jahren war Egged und Dan die Teilnahme an Ausschreibungen verwehrt. Inzwischen aber dürfen auch sie sich mit Hilfe separater Tochtergesellschaften bewerben. Um für anhaltenden Wettbewerb zu sorgen, vergibt der Staat die ausgeschriebenen Strecken für jeweils nur sechs oder sechseinhalb Jahre. Die Privaten (Anfang 2009: neun Busbetreiber) sind in den meisten Landesteilen, einschließlich des Ballungsraums Tel Aviv, tätig.

Das Deregulierungsprogramm bietet ausländischen Unternehmen Geschäftschancen. Dies betrifft die Lieferung von Fahrzeugen oder verkehrstechnischen und anderen relevanten Anlagen und Ausrüstungen. Im Jahr 2007 waren landesweit knapp 5 700 Busse im öffentlichen Verkehr registriert. Daneben können sich ausländische Firmen auch an Bieter- und Betreiberkonsortien beteiligen.

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