Verlagerung ins Ausland
China lockt Maschinenbauer

Niedrige Lohnkosten lassen Asien als attraktiven Standort erscheinen. Doch die Probleme einer Verlagerung werden gern unterschätzt.

MÜNCHEN. Jeder dritte Maschinenbauer in Deutschland plant eine Neugründung in China und mehr als jeder Vierte will Arbeitsplätze in Mittel- oder Osteuropa schaffen. Von diesen Zahlen geht die IKB Deutsche Industriebank aufgrund eigener Umfragen aus, sagte IKB-Chefvolkswirt Kurt Demmer auf der Handelsblatt-Jahrestagung „Maschinen- und Anlagenbau“ in München. Rund 260 000 Personen beschäftigt die Branche jetzt schon im Ausland, 865 000 noch in Deutschland.

Doch Verlagerungen lohnen sich nicht in jedem Fall: „Als Billigstandort sind China und Indien für den Maschinen- und Anlagenbau nur bedingt geeignet“, berichtet Hubert Lienhard, Chef der Voith Siemens Hydro Power Generation, des Gemeinschaftsunternehmens von Voith und Siemens für den Bau von Wasserkraftwerken. Da die hochwertigen Präzisionsteile in diesen Ländern nicht erhältlich seien, entstünden höhere Kosten für den Transport.

Spezialisten müssten ebenfalls in vielen Fällen nach Asien eingeflogen werden, was hohe Betreuungkosten verursache. Außerdem könnte eine Aufwertungen der betreffenden Währung die Exporte leicht verteuern und mögliche Kostenvorteile zunichte machen. Sein Fazit: „Die Produktion von Technik auf europäischem Niveau ist in diesen Ländern mindestens so teuer wie in Deutschland.“ Die Kostenvorteile würden erheblich überschätzt und betrügen nach der Verlagerung nur rund fünf Prozent.

Ganz anders bewertet Lienhard Standorte in europäischen Nachbarländern: „Osteuropa bietet für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau möglicherweise bessere Produktionsbedingungen als China und Indien.“ Hier gebe es eine gute Ausbildung, eine räumliche und kulturelle Nähe, eine gute Infrastruktur und ein ebenfalls niedriges Lohnniveau.

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