Verpackungsindustrie
„Packaging Valley“ an Kocher und Jagst

Lippenstifte, Toilettenpapier, Joghurtbecher und Fertiggerichte: Wer im Supermarkt einkauft, greift mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verpackung, die vorher aus Maschinen im Landkreis Schwäbisch Hall gepurzelt ist. Hier sitzt das Herz der deutschen Verpackungsmaschinen-Industrie. Nun plant der Maschinenbauer-Verein eine gemeinsames Marketingkonzept.

STUTTGART. Mittlerweile 22 Unternehmen, darunter etliche Weltmarktführer aus dem Landkreis in Baden-Württemberg, haben sich im Herbst vergangenen Jahres unter im Verein „Packaging Valley Germany“ zusammen geschlossen.

Hans Bühler, Vorstandssprecher des Vereins, zu dem Unternehmen wie die Optima Group, Gasti, Schubert, Eisenmann+ Kraft, die Hansen-Gruppe und Stako gehören, spricht von einer „lokalen Know-how-Konzentration“. Das Ziel der Aktivitäten: Mit Hilfe des Gruppen-Marketings sollen Einkäufer großer Konzerne in die Region gelotst werden. 7 000 Mitarbeiter zählt das Cluster, das mehr als 500 Mill. Euro Umsatz weltweit macht, 80 Prozent davon im Export. Die USA und Europa sind wichtige Absatzgebiete - jetzt kommen Südamerika und Asien hinzu. Unternehmensberater und Mittelstandsexperte Hermann Simon hat das Packaging Valley in seinem Buch „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts“ als gutes Beispiel für erfolgreiche Unternehmensführung gelobt. Und das bereits vor seiner Gründung.

Gerhard Schubert, Chef der gleichnamigen GmbH mit Sitz in Crailsheim, gilt als der geistige Vater des Technologie-Tals, in dem Kocher und Jagst fließen. Seit langem wirbt der Unternehmer, dessen Firma jährlich mehr als 120 Anlagen herstellt, dafür dass entlang der Autobahn A6 ostwärts von Heilbronn eine Hochburg in Sachen Verpackungstechnologie entsteht. Jetzt sind erste Maßnahmen geplant: Der Verein tritt ab Mitte April in Düsseldorf auf der Interpack auf. 12 Mitglieder, verteilt auf fünf Hallen, zeigen auf dieser Fachmesse mit gemeinsamen Broschüren und einheitlichen Plakaten Flagge für ihr Valley.

Die schwäbischen Verpacker wollen gemeinsam Aufträge abwickeln, Lieferantenbeziehungen unterhalten, auf die Politik einwirken, forschen und sich um die Gewinnung von Fachkräften kümmern, erklärt Bernd Hansen, Chef der Hansen Gruppe in Sulzbach-Laufen und Vorstandsmitglied des Vereins. Auch in Sachen Markenbildung ist ein Verein mit einem Jahresbudget von mehr als 70 000 Euro schlagkräftiger als eine einzelne Firma, hofft Hansen.

„Dass das Konzept bei Konzernen wie Nestlé, L'Oréal, B. Braun, Sanofi, Procter & Gamble ankommt, zeigen Kundenanfragen aus aller Welt, die seit Vereinsgründung eingegangen sind“, erklärt Sprecher Hans Bühler. „Den internationalen Kunden muss bewusst werden, dass sich in der Region für jede Verpackungsaufgabe eine Lösung findet. Zwei Maschinenbauer, die beide Anlagen für die Pharma- oder für die Food-Industrie herstellen, decken innerhalb dieser Branchen oft ganz unterschiedliche Bereiche ab, müssen noch nicht einmal Konkurrenten sein.“

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