Verpackungsindustrie
Zähes Ringen um regalfertige Kisten

Regalfertige Verpackungen sind seit den neunziger Jahren ein Dauerbrenner in der Verpackungsbranche. Dennoch wehren sich immer noch viele Herteller gegen das so gennante Shelf Ready Packaging. In jüngster Zeit hat der Druck von Seiten des Einzelhandels aber noch einmal deutlich zugenommen.

BREMEN. Am Ende gab die Ferrero GmbH doch nach: Damit Supermarkt-Mitarbeiter die Süßigkeiten der Frankfurter nicht mehr auspacken und einzeln einräumen müssen, sollten die Ferrero-Produkte doch gleich in farbig bedruckten, einfach zu öffnenden Verpackungen geliefert werden, die man direkt in die Verkaufsregale stellen kann. Das fordern Discounter und große Supermarktketten seit Jahren, und Ferrero hielt eine Weile dagegen. Doch seit Dezember werden nun auch Rocher, Raffaelo, Schoko-Bons und Co. in bunten Regalverpackungen angeliefert.

Regalfertige Verpackungen - "Shelf Ready Packaging" (SRP) genannt - sind seit den neunziger Jahren ein Dauerbrenner in der Verpackungsbranche. Doch in jüngster Zeit hat der Druck von Seiten des Einzelhandels noch einmal deutlich zugenommen. "SRP ermöglicht in den Filialen nicht nur ein enormes Einsparpotenzial bei den Personalkosten, sondern auch eine ansprechendere Präsentation der Produkte", sagt Christiane Auffermann, SRP-Expertin am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik. "Deshalb nutzt der Handel natürlich seine Marktstellung und fordert von Herstellern und Verpackungsdienstleistern immer mehr SRP."

Noch ist der Weg weit: Bei den Supermärkten der Kaisers-Tengelmann-Gruppe sind erst 54 Prozent der Waren "shelf ready". Dabei ist das Trockensortiment mit 60 Prozent am weitesten, im Süßwarenbereich sind es 49 Prozent und bei den Molkereiprodukten nur 27 Prozent. Eine besonders niedrige Quote haben Drogerieartikel (11 Prozent), weil viele von ihnen auch in Drogeriemärkte geliefert werden, wo traditionell mechanische Federn die Schachteln nach vorn nachrücken lassen, wenn Kunden etwas aus dem Regal nehmen.

Immer öfter sollen Handelsketten Lieferanten sogar auslisten, wenn sie Ware nicht in SRP-Packungen liefern. Der Vertreter einer großen deutschen Supermarktkette bestätigt diese Gerüchte und fügt hinzu: "Wer die Macht hat, wird dieses Mittel einsetzen, um SRP möglichst schnell in allen Sortimenten durchzudrücken." In den nächsten zwei Jahren könne in den Discountern die vollständige Umstellung auf SRP erfolgt sein, schätzt der Branchenkenner. In anderen Supermärkten werde es wohl noch fünf bis sieben Jahre dauern.

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