Verpackungsmaschinen
Gut saniert ist fast wie neu gekauft

Statt in neue Verpackungsmaschinen zu investieren, lassen viele Firmen bestehende Anlagen überholen – und schonen so die Betriebskasse. Die Verpackungsspezialisten reagieren und spezialisieren sich auf Umrüstungen und Anpassungen von Produktionslinien.

KÖLN. Beim französischen Verpackungsspezialisten Sidel S.A. ist die Wirtschaftskrise angekommen. Das Unternehmen hat sich auf Abfüllanlagen für die Getränkewirtschaft spezialisiert. In den vergangenen Monaten sind die Bestellungen dramatisch zurück gegangen: „Ende des letzten Jahres brachen bei uns die Aufträge für komplette Produktionslinien um fast 40 Prozent ein“, sagt Marcel Krauth, stellvertretender Vorsitzender des Geschäftsbereichs Bier.

Die Ursache: Vielen Großkunden fehlte der finanzielle Spielraum für neue Investitionen. Sidel reagierte. Inzwischen gibt es bei dem Maschinenbauer eine Spezialabteilung für Umrüstungen und Anpassungen von Produktionslinien. Wie sich zeigt, war das die richtige Idee: Denn statt neue Verpackungsanlagen anzuschaffen, setzen Sidel-Kunden derzeit gern auf renovierte Alt-Linien. Sie nehmen die Komponenten der bestehenden Fertigung her, deren Technik noch konkurrenzfähig ist, lassen sie aufarbeiten und mit Zusatzmodulen und Kniffen auf Vordermann bringen. Am Ende ist die alte Anlage beinahe genauso leistungsfähig und schnell wie es eine komplett neue gewesen wäre, versprechen die Umrüster.

Marcel Krauth ist jedenfalls zufrieden mit der Jahresbilanz der neuen Sidel-Abteilung: „Wir haben damit eine Alternative gefunden für kapitalschwache Kunden oder solche, die einen prinzipiell intakten Maschinenpark haben.“ Den rückläufigen Markt für Neumaschinen konnte das Unternehmen damit zumindest auffangen, sagt Krauth.

Zu den Kunden von Sidel, die ihren Maschinenpark auf diese Weise haben umrüsten lassen, gehört die C.&A. Veltins GmbH & Co. KG im sauerländischen Grevenstein. Für einen Lebensmittel-Händler sollte die Brauerei ihr Pils in ein spezielles Flaschenformat abfüllen, eine neue Abfüll- und Etikettierlinie musste dafür her. „Wir haben überlegt, ob wir den Auftrag auch mit den bestehenden Anlagen umsetzen können“, sagt Walter Bauer, Technik-Geschäftsführer bei Veltins. Die Brauerei ließ schließlich eine zwanzig Jahre alte Abfüllanlage für die neuen Flaschen flott machen und rüstete Abfüll-, Etikettier und Verpackungsmaschinen um. „Das war die wirtschaftlichste Lösung“, sagt Bauer zufrieden. „Eine neue Anlage hätte uns bestimmt das Doppelte gekostet.“

Ähnlich wie die sauerländische Brauerei scheuen viele Unternehmen derzeit Investitionen in neue Verpackungsmaschinen oder Abfüll-Linien. Selbst die Komplettüberholung der Alt-Anlagen kostet regelmäßig gerade einmal die Hälfte des Neupreises einer Verpackungslinie. Kein Wunder, dass neben speziellen Dienstleistern, die sich auf das Aufarbeiten gebrauchter Verpackungsanlagen spezialisiert haben, inzwischen auch viele traditionelle Hersteller ebenfalls auf die Umrüstung und Überholung von Alt-Maschinen setzen.

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