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Verzicht auf Bonitätsnote: Rating? Unternehmen sagen Nein danke!

Ratings für Anleihen sind rausgeschmissenes Geld und verplemperte Zeit. Zu dieser Ansicht gelangen immer mehr Manager von Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt Geld borgen wollen und verzichten deshalb bei der Ausgabe von Anleihen auf eine Bonitätsnote. Die Investoren stört das meist nicht - die Ratingagenturen hingegen schon.

Adidas-Geschäft in Peking: Der Sportartikelkonzern macht gute Erfahrung mit seinem Verzicht auf eine Benotung. Quelle: ap
Adidas-Geschäft in Peking: Der Sportartikelkonzern macht gute Erfahrung mit seinem Verzicht auf eine Benotung. Quelle: ap

cü/cuk/cs/sme/tel. Der Anlagenbauer Dürr hat am Montag bekanntgegeben, für eine geplante Anleihe mit einem Volumen von mindestens 100 Millionen Euro auf die Einschätzung einer Ratingagentur zu verzichten. Und er ist nicht allein - eine ganze Reihe von deutschen Unternehmen zeigt den Agenturen mittlerweile die Rote Karte. Der Erfolg gibt ihnen recht: Auch ohne das im Zuge der Finanzkrise schon in Verruf geratene "Gütesiegel" der professionellen Anleihe-Analysten von Standard & Poor's (S&P), Moody's oder Fitch waren viele Anleihen mehrfach überzeichnet. Auch die Dax-Konzerne Adidas und SAP haben erfolgreich Bonds platziert, ohne ein Rating dafür vorweisen zu können.

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Bis zum ersten Halbjahr 2009 hatten ungeratete Anleihen nach Berechnungen von Fitch lediglich einen Anteil von einem Prozent an allen europäischen Firmenbonds. Der Anteil stieg auf bis zu 13 Prozent im vierten Quartal 2009 und lag auch in den ersten drei Monaten 2010 noch bei sieben Prozent. "Unternehmen, die auf Ratings verzichten können, sparen damit Zeit und Geld", sagt Michael Schiller, Fondsmanager bei Union Investment. Immerhin kostet ein Rating mindestens 45 000 Euro.

Gute Erfahrungen mit dem Verzicht auf ein Rating hat der Versandhändler Otto Group gemacht. Nachdem das Familienunternehmen bereits 2005 eine Anleihe über 150 Mio. Euro ohne Ratingagentur platzierte, legten die Hanseaten im November 2009 noch einmal mit 500 Mio. Euro nach. Die Papiere waren beim Start doppelt überzeichnet.

"Bei vielen Unternehmen ist das Vertrauen in Ratinganalysten eher begrenzt", berichtet Boris Jendruschewitz, Direktor Konzernfinanzen der Otto Group. Wettbewerber Rewe ließ sich im März durch Standard & Poor's bewerten, doch das Ergebnis sorgte für Enttäuschung: Mit "BBB-" war der Kölner Handelsriese nur knapp oberhalb von "Schrott" eingestuft worden.

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