Videoüberwachung
Das Auge ersetzt den Ausweis

Die Möglichkeiten der automatischen Videoüberwachung werden immer ausgefeilter. Neue, intelligente Sicherheitstechnik kann Gefahren automatisch erkennen und im Zweifel warnen. Dabei setzen die Hersteller unterschiedliche bildgebende Systeme ein, die Menschen anhand ihrer unverwechselbaren Merkmale identifizieren können.

HAMBURG. Der Mann, der auf der Rolltreppe im Mainzer Hauptbahnhof steht, sieht unverdächtig aus. Eine Kamera, die diesen Bereich überwacht, scannt in Sekundenbruchteilen sein Gesicht, vergleicht die Daten mit 200 gespeicherten Fotos, sucht nach Übereinstimmungen. Wird das System fündig, zeigt es kurz danach den Namen des Mannes an – und das Fahndungsbild dazu.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die neue Video-Überwachung am Mainzer Hauptbahnhof installiert. Probeweise will man hier vier Monate lang testen, ob sich Menschen in großen Gruppen automatisch am Gesicht erkennen lassen. Sieben Kameras verschiedener Hersteller sollen in dem Testlauf versuchen, 200 freiwillige Probanden per biometrischer Gesichtserkennung aufzuspüren. So hofft die Bundespolizei, in Zukunft mutmaßliche Gewalttäter oder auch vermisste Personen am Bahnsteig aufzuspüren.

Jürgen Stock, Vizechef des BKA, kann sich vorstellen, das System flächendeckend einzusetzen: „Eine mögliche bundesweite Einführung des Systems hängt aber zunächst von den Projektergebnissen ab, die im Februar 2007 vorliegen sollen.“ Die endgültige Entscheidung müsse zudem von der Politik getroffen werden.

Die Möglichkeiten der automatischen Videoüberwachung werden derweil immer ausgefeilter. So stellte etwa die Artec Technologies AG aus Diepholz auf der Fachmesse Security in Essen Mitte Oktober ein neues System vor, das digitale Überwachungsvideos in höchster Qualität liefern soll. Bisher arbeiten die meisten Überwachungssysteme noch analog, das heißt, sie zeichnen nur einige Bilder pro Sekunde auf und speichern sie auf VHS-Kassetten. Beim System „Multieye-Smart" nimmt eine hochauflösende Digitalkamera bewegte Bilder mit bis zu sechs Millionen Pixeln auf – und liefert eine Bildqualität auf, die mindestens dem neuen hochauflösenden Fernsehstandard HDTV entspricht. Ein Quantensprung in der Kamera- und Überwachungstechnik. Denn mit den hochauflösenden Bildern lassen sich auch kleinste Bilddetails scharf abbilden und aus dem Bild herauszoomen.

Ingo Hoffmann, Vorstand der Artec Technologies AG, ist sich sicher: „Damit lassen sich Flughäfen, U-Bahn-Stationen und große Bahnhofshallen in kompromissloser Detailgenauigkeit überwachen.“ In der Praxis genüge dann oft eine einzige hochauflösende Kamera, um große Flächen zu überwachen. Und damit der Datenwust nicht zu groß wird, steuert eine neue Software, dass die Aufzeichnung zum Beispiel erst startet, wenn eine verdächtige Person einen festgelegten Raum betritt.

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