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Die Rosinen-Theorie funktioniert nicht

Eine schöne Sache, aber mit Haken und Ösen: Seit der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass ein in Deutschland tätiges Unternehmen unter bestimmten Bedingungen die englische Rechtsform der „Limited (Ltd.)“ frei wählen kann, sehen viele in dieser Gesellschaftsform eine unkomplizierte Alternative zur GmbH.

HB DÜSSELDORF.Die Vorteile: Gründung und laufender Betrieb sind einfach, die Haftung auf ein englisches Pfund beschränkt und die Steuersätze in England niedrig.

Schnell haben auch Agenturen und Berater, die bei den Formalitäten behilflich sind, ein interessantes Geschäftsfeld entdeckt: Ein Statthalter nimmt die Gründung in Großbritannien vor, mit 185 Euro ist (fast) alles bezahlt, die Gründung innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen. Doch die Gefahren sind nicht von der zu Hand zu weisen. Schon in der Zahl der vielen Gründungsagenturen und Berater, die sich dieses lukrativen Themas angenommen haben, liegt das Problem. „Die Grenze zum Betrug wird hier nicht selten überschritten“, schreibt die Companea GmbH in München auf ihrer Internet-Seite – natürlich mit dem Querverweis auf die eigene Seriosität als „dem ältesten deutschen Anbieter von Limited-Gründungen zum Discount-Preis“. Dienstleistungen rund um die Rechtsform „Limited“ sind ein Wachstumsmarkt, und gerade Wachstumsmärkte versprechen Aktivisten schnelles Geld.

Als erster Verband dieser jungen Branche will daher der „Interessenverband Limited“ (IVLID) in Würzburg vor allem bei der Schaffung von Rechtsklarheit und -sicherheit in Deutschland beitragen. Er hat einige der Hauptprobleme, mit denen sich Interessenten rumschlagen müssen, zusammengefasst: Dazu gehört, dass zahlreiche Gründungsagenturen schneller wieder verschwinden als sie gegründet wurden. Deshalb ist es sinnvoll, sich etwa bei Industrie- und Handelskammern vorher über die Seriosität von Agenturen zu informieren (z.B. Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer in London, www. ahk-london.co.uk/).

Die IHKs können Tipps geben: Wie finde ich einen vertrauenswürdigen Statthalter in England? Was passiert, wenn beispielsweise die Post für die Limited am Registersitz in England nicht an den Firmeninhaber weitergeleitet wird? Wenn etwa die Reaktion auf behördliche Schreiben ausbleibt, wird die Limited nämlich schnell gelöscht. Und wenn anfallende Steuern deshalb nicht gezahlt werden, macht sich der deutsche Inhaber schnell eines Steuervergehens schuldig.

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