Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Roboter lernen langsam Sehen

Die maschinelle Fertigung hat in den vergangenen Jahren eine wahre Revolution erlebt: Roboter, lange Zeit die starken Arme in der Produktion, haben das Sehen gelernt – und konkurrieren künftig auch noch mit dem menschlichen Auge. Künstliche Augen können die Fertigung beschleunigen und Prüfungen erleichtern.

KÖLN. „Die neuen Roboter machen die Produktion erheblich effizienter“, sagt Klaus Feldmann vom Institut für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik der Universität Erlangen. Denn wo kleinste Abweichungen wie Werkstücke, die nicht exakt am richtigen Platz lagen, früher ganze Fabriken lahm legen konnten, sind mit optischen Systemen Fehler schnell erkannt und behoben. „Roboter, die sehen können, reagieren auf Veränderungen der Arbeits-Szenerie, sagt Feldmann.

Ein Kuriosum den neuen Technik: Damit die Maschinen besser arbeiten, herrscht in der Produktion immer öfter Dunkelheit. Denn optische Sensoren lassen sich von Umwelteinflüssen wie Licht beeinflussen. Ein Fließband mit Pralinen durchläuft etwa eine schwarze Box, in der Roboter die Stücke erkennen, greifen und in die Packung stecken. „Im Innern wird viel mit Infrarotkameras gearbeitet“, sagt Feldmann.

Optische Sensoren, die Robotern das Sehen ermöglichen, bieten enorme Vorteile. So können sich die maschinellen Helfer frei im Raum bewegen, auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren, Kollisionen vermeiden und sich in dynamischen Umgebungen besser zurecht finden.

Das Oberhausener Unternehmen Keysystech gehört zu den typischen Bildverarbeitern, die sich in den vergangenen Jahren auf „Robot Vision“ spezialisiert haben. In einem großen Klinikum etwa optimierte man durch Kameratechnik die Waschanlage für Cateringwagen. Dazu installierte Keysystech ein System, das auf der so genannten Lichtschnitttechnik basiert: Dabei wird auf jeden Wagen eine Laserlinie projiziert. „Ist dann noch ein Gegenstand auf dem Wagen, verändert sich das Aussehen der Linie“, erklärt Projektmanager Martin Schütze. Kameras erfassen die Abweichung und schlagen Alarm.

Ein weiteres Spezialgebiet des Oberhausener Unternehmens ist das automatische Entladen von Paletten. Damit Roboter einen Anhaltspunkt haben, wo genau sich die Ware befindet, werden die Paletten ebenfalls per Laser markiert. „Die Roboter sehen so genau, wo sie ansetzen müssen", sagt Schütze.

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