Vier Fragen an: Christopher Jahns
Jahns: „Im Einkauf schlummern Sparpotenziale“

Das Geschäftsfeld Einkauf liegt bei vielen Unternehmen – und das nicht nur in der Hotelbranche – in einer Art Dornröschenschlaf. Eberhard Krummheuer, von der European Business School, im Gespräch mit dem Handelsblatt über strategisches Einkausmanagement.



Handelsblatt:

Herr Jahns, Sie wollen der Hotelbranche auf dem kommenden Kongress „Top Supply“ in Leipzig erklären, wie sie durch Einkaufsmanagement Kosten sparen kann. Was ist daran neu?



Jahns: Neu ist es für die Hotellerie. Andere Branchen, allen voran Automobilindustrie, Elektronik und in Teilen die Energiewirtschaft, haben längst den Paradigmenwechsel vom operativen zum strategischen Einkauf und Supply-Management vollzogen.

Was bedeutet strategischer Einkauf konkret?

Das Geschäftsfeld Einkauf liegt bei vielen Unternehmen – und das nicht nur in der Hotelbranche – in einer Art Dornröschenschlaf. Da wird viel Geld verschenkt. Etwa weil die Beschaffungsvorgänge, das Instrumentarium und die Kompetenz des gesamten Personals nicht so professionalisiert sind, wie beispielsweise im Marketing oder im Vertrieb. In vielen Unternehmen sinken die Wertschöpfungstiefen, das aber bedeutet: Die Gesamtkosten werden immer stärker von den Lieferanten beeinflusst.

Die Kosten lassen sich doch über reine Einkaufskooperationen, also über die Bündelung von Marktmacht, schon kräftig senken.

Das reicht nicht. Ein gezieltes Supply-Management kann viel mehr Einsparungen bringen. Dazu ist ein professionelles Zusammenspiel aller Beteiligten notwendig – angefangen bei denen, die die Beschaffung veranlassen, über die Einkaufsorganisation bis hin zu den Lieferanten. Die müssen frühzeitig an einem Tisch sitzen und dann gemeinsam überlegen, wie sie den Bedarf standardisieren und bündeln oder wie sie moderne Methoden des Kostenmanagements und des Lieferantenmanagements einführen.

Das erscheint plausibel. Wieso leisten sich viele Unternehmen den Dornröschenschlaf?

Vermutlich deshalb, weil sie die Performance des Einkaufs noch nicht ausreichend gemessen haben. Wenn der Einkauf gut funktioniert, sieht man das nicht so ohne weiteres in der Gewinn- und Verlustrechnung. Deshalb müssen Einsparungen gemessen werden – dann wird der „Kuss des Prinzen“ auch bemerkt.

C. Jahns ist Professor an der European Business School in Oestrich-Winkel

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