Vollautomatisierung
Lieferanten arbeiten an Fertigung ohne Personal

Der Kutter ist das Herz einer jeden Wurstproduktion. Er zerkleinert Fleisch und Fett. Das Unternehmen Kilia hat einen Kutter entwickelt, der sich auf Knopfdruck vollautomatisch selbst reinigt, wie eine Spülmaschine. Das dauert 20 bis 40 Minuten. Früher mussten Wurstproduzenten drei bis vier Stunden Arbeitszeit einplanen.

BERLIN. „Eine solche Maschine ist sehr schwierig und aufwändig zu reinigen“, erklärt Jan-Sebastian Platz, Geschäftsführer der Kilia Fleischerei- und Spezialmaschinenfabrik GmbH in Neumünster. Mit dem selbst reinigenden Kutter reagiert Kilia auf eine zentrale Forderung von Lebensmittelherstellern: Die wollen ihre Abläufe immer stärker automatisieren. „Die Betriebe investieren verschärft in die Automatisierung“, weiß auch Bernhard Wichelmann, Chef der Heinrich Wichelmann Metallbau GmbH aus Lohne. Die Produzenten wollen mit immer weniger Personal auskommen, außerdem Wasser und Energie sparen.

Auch sein Unternehmen hat auf diese Anforderungen reagiert, sagt Wichelmann: „Man läuft mit offenen Augen durch die Unternehmen und schaut: Wo stehen viele Leute, und wo wird viel Wasser und Energie verbraucht?“ Herausgekommen ist dabei etwa der Dampfbrühtunnel. Anstatt, wie seit Jahren üblich, Geflügel vor dem Rupfen in heißem Wasser vorzubrühen, arbeitet die neue Maschine mit heißer Luft. „Ich spare so Wasser, sehr viel Energie, Abwasser- und Reinigungskosten sowie Zeit, da ich nicht mehr aufheizen muss“, erklärt Wichelmann. Während vor zehn Jahren noch 8 000 Hähnchen pro Stunde die Produktionslinie passierten, sind es heute bis zu 11 000. Wichelmanns Maschinen für die Verarbeitung von Schweinen erledigen fast alle Arbeitsschritte vollkommen selbstständig: Sie schlachten, zerlegen marinieren, panieren und frosten. Erst an den Verpackungsmaschinen ist Schluss.

„Man versucht den Transportprozess, die Weiterverarbeitung und Abfüllung weiter zu straffen“, sagt auch Hartmut Hitgen, Partner bei der Hanse Management Consulting GmbH aus Hamburg, die einen ihrer Beratungsschwerpunkte in der Lebensmittelindustrie hat. Seiner Meinung nach gibt es da auch noch einiges an Potenzial, etwa bei der Verpackung von Dosen in Kartons „Da wird noch viel manuell gemacht“, so der Unternehmensberater. Die Produktion werde durch die Automation indes nicht nur schneller, betont Hitgen: sondern auch besser, weil weniger Fehler passieren.

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