Vom Genossen zum Uefa-Partner
Intersport hängt die Konkurrenz ab

Der Verbund von Sporthändlern expandiert auf der ganzen Welt. Damit wird Intersport auch als Partner für Verbände und großen Konzerne attraktiver. Bestes Beispiel: Der Deal mit der Uefa zur EM.
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Am Freitag wird es ernst für die Intersport-Mitarbeiter in Polen. Mit dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft muss das Geschäft in den Shops der Stadien und auf den Fanmeilen laufen. Denn dann wollen Tausende Zuschauer Trikots, Fähnchen und Tröten kaufen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Intersport als Partner des europäischen Fußballverbands Uefa in Polen so aktiv ist. Im Kern ist Intersport eine Genossenschaft, die unabhängigen und zumeist kleinen Sporthändlern in Deutschland und einigen anderen westeuropäischen Staaten gehört. Die haben in dem Verbund einst nur ihren Einkauf gebündelt. Doch schon vor Jahren haben die Ladenbesitzer mit der in Bern angesiedelten Intersport International Corp. (IIC) eine Dachgesellschaft gegründet, mit der sie jetzt weltweit expandieren und zum attraktiven Partner für Sportverbände und große Sportkonzerne werden. Inzwischen ist Intersport in 40 Ländern vertreten und damit so weit verbreitet wie keine andere Marke im Sporthandel.

Den genossenschaftlichen Wurzeln sei die IIC aber immer treu geblieben, sagt Franz Julen, der Chef der IIC. "Wir sind Mittelständler und stehen für eine gewisse Bodenhaftung." Der Schweizer treibt die Internationalisierung von Bern aus voran. Weil die Genossen weder willens sind noch das Geld haben, um eigene Läden in fernen Ländern aufzubauen, vergeben sie Lizenzen. Meist bekommen große Händler den Zuschlag, die bereits Märkte von anderen bekannten Labels wie Ikea oder Toys"R"Us betreiben.

Zuletzt ist Intersport so in Länder wie Südkorea, China, Ägypten oder den Libanon vorgedrungen. Insgesamt gibt es inzwischen 5 400 Verkaufsstellen, in denen vergangenes Jahr für 9,9 Milliarden Euro Turnschuhe, Trikots und Badehosen über die Tresen gingen. Experten loben diesen Kurs. "Die Händler in den einzelnen Ländern geben der Berner Zentrale weitgehend freie Hand. Das ist genau der richtige Weg", meint der in der Sportbranche erfahrene Unternehmensberater Franz Maximilian Schmid-Preissler.

Allerdings schauen die deutschen Ladeninhaber genau hin, was im Berner Hauptquartier so vor sich geht. Denn der Chef von Intersport Deutschland, Klaus Jost, führt den Aufsichtsrat der IIC. Seine Stimme hat Gewicht, schließlich stehen die deutschen Händler für mehr als ein Viertel der gesamten Erlöse der Gruppe.

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