Vorbeugen gegen Nachahmer
Strategisch gegen Plagiate kämpfen

Nicht nur T-Shirts und Turnschuhe, auch technische Produkte werden gefälscht. Plagiate fügen den Herstellern der Originale großen Schaden zu. Es leiden nicht nur die Finanzen, sondern auch das Image, wenn die Nachahmungen nicht halten, was das Original verspricht. Um sich gegen Plagiate zu wehren, können Mittelständler einiges tun

KÖLN. Produktpiraterie wird zu einem immer ernsteren Problem für europäische Hersteller. Mehr als 79 Mio. gefälschte Artikel haben Zollbeamte der EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2007 sichergestellt - die Dunkelziffer ist weitaus höher. Für die kommenden Jahre erwarten Hersteller vieler Produkte, dass die Zahl der Fälschungen weiter zunimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Herkunftsland Nummer eins der Plagiate ist nach wie vor China. Die Fälscher haben längst nicht mehr nur Luxusgüter wie Rolex-Uhren und Adidas-Turnschuhe im Visier. Auch technische Produkte wie Schrauben und Maschinen werden immer häufiger gefälscht. In einer Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum Thema Produktpiraterie gaben 66 Prozent der Befragten an, dass ihre Produkte schon einmal kopiert wurden. Vor allem ganze Maschinen stellten die Fälscher her, gefolgt von Komponenten und Ersatzteilen.

Der Markt für Plagiate ist riesig - und längst nicht alle Käufer greifen unabsichtlich zu den gefälschten Produkten. "Unsere Studie zeigt, dass immer mehr Menschen ganz gezielt billige Nachahmungen kaufen, obwohl sie sich der möglichen Gefahren durchaus bewusst sind", sagt Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young und Leiter der Branchengruppe Consumer Products. Ein solcher Kauf kann mitunter lebensgefährlich sein, denn Plagiate erfüllen meist nicht die Sicherheitsstandards der Originale. Immerhin 67 Prozent der von Ernst & Young befragten Verbraucher rechnen mit Unfallrisiken, wenn sie Plagiate kaufen.

Bei nachgemachten Maschinen ist die Gefahr ungleich größer als bei Verbrauchsgütern. Die Horrorvorstellung eines jeden Unternehmers: Es gibt einen Unfall, und die Schraube oder das Rädchen, das nicht gehalten hat, stammt scheinbar aus seinem Unternehmen - ein schlimmer Image-Schaden, auch wenn es sich um billige Kopien statt der echten Qualitätsprodukte gehandelt hat. Um solchen Szenarien vorzubeugen, hat der VDMA der Produktpiraterie den Kampf angesagt. Er bietet seinen Mitgliedern unter anderem technische und rechtliche Beratung zum Schutz vor Plagiaten an.

Unternehmen können zum Beispiel auf ausgewählten Messen einen Anwaltsnotdienst des Verbands in Anspruch nehmen, sobald sie einen Plagiator entdecken. Oder sie können sich von Verbandsexperten über technische Präventivmaßnahmen informieren lassen, zum Beispiel darüber, wie man seine Produkte unverwechselbar kennzeichnet. "Die Kunst ist, für ein Produkt den richtigen und kostengünstigsten Schutz zu finden", erklärt Beate Stahl, VDMA-Expertin für technischen Kopierschutz. "Oft ist eine Kombination von Maßnahmen sinnvoll, um das Kopieren von Produkten zu erschweren."

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