Vorrangprüfung abschaffen
Wirtschaft fordert schnelles Arbeitsrecht für Asylbewerber

Viele Flüchtlinge in Deutschland sind gut ausgebildet - und trotzdem zum Nichtstun verdammt. Die Wirtschaft hält das für Unfug. Diverse Vertreter fordern jetzt, Asylbewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.
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BerlinSpitzenvertreter der deutschen Wirtschaft fordern einen schnelleren Arbeitsmarktzugang für Asylbewerber. „Den Flüchtlingen, die in unserem Land Zuflucht suchen, sollten wir eine Perspektive geben“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, der „Welt am Sonntag“. Für die Wirtschaft seien Menschen mit Migrationshintergrund eine große Chance.

Seit kurzem dürfen Asylbewerber und Geduldete nach drei Monaten arbeiten, falls es für die entsprechende Stelle keinen geeigneten EU- oder deutschen Bewerber gibt. Bisher betrug diese Frist neun Monate. In Zukunft soll die sogenannte Vorrangprüfung nach 15 Monaten wegfallen. Für Fachkräfte wird sie komplett gestrichen.

Der Wirtschaft geht das nicht weit genug. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte der „Welt am Sonntag“, es sei sinnvoll, Asylsuchenden spätestens ab dem sechsten Monat eine Beschäftigung ohne Vorrangprüfung zu erlauben. Geduldete sollten sofort ohne Einschränkung arbeiten dürfen.

Scharfe Kritik äußerte Kramer an den Protesten gegen Flüchtlinge. „Wenn Menschen auf die Straße gehen und gegen Zuwanderung protestieren und Ressentiments schüren, schaden sie unserem Land. Das ist menschlich unsensibel und ökonomisch schädlich“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Dem müssen wir öffentlich entgegentreten.“ Deutschland sei dringend auf Zuwanderer angewiesen.

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl forderte, Deutschland solle die Einreise von Irak- und Syrien-Flüchtlingen zu ihren hier lebenden Verwandten erleichtern, etwa durch das Aussetzen der Visaregeln. „Dies wäre auch ein wichtiges Signal gegenüber den Nachbarstaaten, die zunehmend dabei sind, ihre Grenzen für Flüchtlinge zu schließen“, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verlangte feste Quoten für die Verteilung von Flüchtlingen in Europa. Das Dublin-Verfahren funktioniere offenbar nicht mehr, „weil wichtige EU-Mitgliedstaaten sich nicht an die europaweit verbindlichen Regeln halten“, sagte er dem „Spiegel“. Nach dem Dublin-Verfahren ist in das EU-Land, in dem ein Flüchtling europäischen Boden betritt, für das Asylverfahren verantwortlich. Viele Flüchtlinge reisen aber weiter und beantragen in anderen Ländern Asyl.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Vorrangprüfung abschaffen: Wirtschaft fordert schnelles Arbeitsrecht für Asylbewerber"

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  • Das nennt man auch, diese durchsichtige, miese "Forderung", Lohn-Dumping-Vandalismus !

    Aber, wir EU-Bürger können uns darauf verlassen, unsere Lobby-"Volksvertreter" finden einen Weg !

    ZUWIDER, diese plumpen Versuche !

  • Welcher Wirtschaftzweig fordert das....??!
    Der Wirtschaftszweig, der auf billige Arbeitskräft angewiesen ist, oder?!
    An Fachkräfte kommt man nicht über das Asyl, sondern über eine ausreichende Qulifikation/Ausbildung. Und Asyl bedeutet in erster Linie (gernige bis gar keine Qualifikation) = billige Arbeitskräfte, die man gut ausbeuten kann.

  • Die Wirtschaft fordert.
    Sie fordert das Geheimabkommen TTIP um mittels Geheimgerichten die demokratische Mitbestimmung zu umgehen, die Demokratie abzubauen.
    Sie fordert das im Grundgesetz verankerte Streikrecht einzuschränken, um höhere Gewinne zu erzielen. Übrigens, als eine christliche Scheingewerkschaft mit der IG Metall konkurrierte, und Dumpinglöhne durchsetzte – nannten das die Arbeitgeber Liberalismus.
    Nun fordert man noch Asylbewerber ganz schnell als billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben. Nur darum geht es.
    Nun wird auch klar, weshalb unsere Machthaber Deutschland zum Einwanderungsland machen wollen: Man will Asylbewerber als billigen Arbeitskräfte, die durch Steuergelder der Bürger finanziert werden. Aus der Finanzierung haben sich die Arbeitgeber zurückgezogen. Steuern fließen in Steueroasen.
    Wie lange das unsere Demokratie aushält, ist fraglich. Schließlich haben wir über 5.Mio arbeitssuchende und prekär Beschäftigte. Aber die können eben nicht so billig arbeiten. Schließlich müssen die das System finanzieren, von dem eben auch Asylbewerber leben, die dann bei Parasiten arbeiten sollen.

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