Vorschriften noch unklar
Streit um Hauspass

Durch die vorgezogene Bundestagswahl hat sich die Einführung des Gebäude-Energieausweis für Vermieter und Hausverkäufer verzögert. Wie der Entwurf schlussendlich aussehen wird, ist allerdings immer noch unklar.

BREMEN. Michael Schmitt hört neuerdings immer häufiger die gleiche Frage, wenn er seine Kunden in Sachen Sanitär-, Heizungs- oder Klimatechnik berät: Wie steht es eigentlich mit dem Energiepass? „Für die Kunden ist das ein wichtiges Thema, die wollen endlich wissen, was los ist“, sagt der Betriebsleiter der PS-Gebäudetechnik GmbH in Köln.

Denn der Energiepass für Vermieter und Hausverkäufer steht seit geraumer Zeit zur Debatte, eigentlich sollte er bereits ab dem 4. Januar Pflicht sein. Doch durch die vorgezogene Bundestagswahl hat sich die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie in nationales Recht verzögert. Wann der Energiepass kommt, und vor allem wie er aussehen wird, ist immer noch unklar. „Wir rechnen wöchentlich mit der Vorlage des Referentenentwurfs zur neuen Energieeinsparverordnung“, sagt Felicitas Kraus von der Deutschen Energie-Agentur (Dena), die im Auftrag der Bundesregierung einen Energiepass entwickelt hat und ihn bereits in einem Feldversuch testet. „Bis er aber Gesetz wird, dauert es wahrscheinlich noch bis Herbst.“

Nach der EU-Vorschrift muss jeder, der ein Haus oder eine Wohnung vermietet oder verkauft, künftig nachweisen, wie viel Energie darin verbraucht wird - das soll Anreize zur Modernisierung schaffen. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) rechnet man mit 2,5 Millionen Energiepässen im ersten Jahr nach der Einführung und mit bis zu sechs Millionen in den folgenden drei Jahren. „Es gibt einen neuen Modernisierungswillen durch den Generationswechsel unter den Eigentümern“, sagt Udo Wirges, technischer Referent beim ZVSHK.

Mittlerweile ist der Energiepass Mittelpunkt einer heftigen Debatte, in der sich die Dena und Handwerksverbände auf der einen sowie Wohnungswirtschaft und Hauseigentümer auf der anderen Seite gegenüberstehen. Dabei setzt die Dena auf den bedarfsorientierten Pass. Dazu müssten Sachverständige wie Ingenieure, Architekten und Handwerker die bau- und materialtechnischen Gegebenheiten eines Gebäudes analysieren und daraufhin ein Gutachten erstellen. Laut Dena würde das maximal 500 Euro kosten. Immobilienverbände rechnen dagegen mit bis zu 1 000 Euro und befürworten deshalb ein verbrauchsorientiertes Verfahren. Dabei wird im Energiepass anhand der letzten Heizkostenabrechnungen schlicht und ergreifend der Energieverbrauch der Bewohner dokumentiert. Das sei einfacher, aussagekräftiger und billiger.

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