Vorstand sieht sich nicht als „Heuschrecke“
Mittelstandsholding Indus will mit Zukäufen das Wachstum forcieren

Die auf den Erwerb mittelständischer Firmen spezialisierte Indus Holding AG aus Bergisch Gladbach bei Köln will in diesem Jahr durch Zukäufe stärker wachsen als 2004. „Wir führen mit zwei Unternehmen intensive Kaufgespräche“, sagte Vorstandschef Helmut Ruwisch auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf.

mjh DÜSSELDORF. Ruwisch ist zuversichtlich, in den nächsten Monaten zu einem Abschluss zu kommen. Die beiden ins Auge gefassten Neuerwerbungen würden den Konzernumsatz um etwa 100 Mill. Euro erhöhen. Finanziell sieht sich Ruwisch für den Wachstumsschritt gerüstet: „Mit liquiden Mitteln von über 150 Millionen Euro hat Indus eine komfortable Basis.“ Dennoch gab die im SDax notierte Aktie leicht nach.

Indus hat sich auf den Erwerb von profitablen Nischenanbietern spezialisiert. Diese Firmen behalten auch nach der Übernahme die Verantwortung für das operative Geschäft. Indus versteht sich nicht als strategischer, sondern als Finanzinvestor. Im Unterschied zu den großen Private-Equity-Unternehmen, die meist nach wenigen Jahren wieder aussteigen, bleibt Indus dauerhaft engagiert. „Wir wollen nicht zu den Heuschrecken gezählt werden“, sagte Ruwisch in Anspielung auf die laufende Kapitalismusdebatte.

Der Indus-Chef erwartet, dass sich künftig auch wegen ungelöster Nachfolgeregelungen in den Unternehmen Chancen für Zukäufe bieten. Um die Zielgruppe von Indus – Mittelständler mit mindestens 15 Mill. und höchstens 100 Mill. Euro Umsatz – kümmerten sich die großen angelsächsischen Investoren nicht. Derzeit hat Indus 40 Firmen überwiegend aus der Bau-, Autozuliefer-, Maschinenbau- sowie der Konsumgüterbranche im Portfolio.

Indus wird in diesem Jahr erstmals nach IAS-Vorschriften bilanzieren. Durch eine im Vergleich zu früher ausführlichere Segmentberichterstattung werde sich die Transparenz erhöhen, sagte Finanzvorstand Lars Bühring. Analysten und Investoren kritisieren, dass Indus keine Einzelergebnisse seiner Beteiligungen veröffentlicht. Dies dürfte auch ein Grund dafür gewesen sein, dass Indus nicht in den MDax aufgestiegen ist, heißt es in Finanzkreisen. Ruwisch hofft, dass wegen der hohen Dividendenrendite von über fünf Prozent künftig dividenden-orientierte Fonds die Indus-Aktie stärker beachten. Zwischenzeitlich war der Hedgefonds-Manager Florian Homm mit mehr als sechs Prozent bei Indus engagiert. Er zog dann aber zu Borussia Dortmund weiter.

Im vergangenen Jahr hat Indus trotz des Verkaufs zweier Unternehmen den Umsatz auf 708,8 (Vorjahr: 706,2) Mill. Euro erhöht. Der Konzerngewinn nach Steuern kletterte auf 19,5 (11,5) Mill. Euro, in der AG sank der Überschuss auch wegen Änderungen im Konsolidierungskreis von 56,9 Mill. auf 50,5 Mill. Euro. Die Dividende bleibt mit 1,18 Euro je Aktie unverändert.

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