Wachstum im Online-Handel
Italiens E-Commerce erwartet Weihnachtsboom

Italiens Weihnachtseinkäufe sollen in diesem Jahr dem Online-Handel kräftige Impulse verleihen. Laut einer aktuellen Untersuchung werden 600 000 Italiener ihre Geschenke über das Internet kaufen. Tourismus-Geschäfte geben dabei im Internet den Ton an.

bfai MAILAND. Weitere 1,5 Mill. Kunden sollen in naher Zukunft den Online-Handel nutzen. Der E-Commerce soll in den nächsten Jahren überproportional zulegen. 2006 sollen die Internet-Geschäfte mit 4 Mrd. Euro rund 45 Prozent mehr als im Vorjahr ausmachen. Langfristig könnte der Online-Handel in Italien ein Volumen von mindestens 10 Mrd. Euro erreichen.

Mit Wachstumsraten zwischen 45 und 65 Prozent pro Jahr hat sich der E-Commerce im italienischen Handelszenario bereits mehr als eine Nischenposition gesichert. Laut einer von E-Bay beim Marktforschungsinstitut Research International in Auftrag gegebenen Untersuchung wird das Internetgeschäft vor allem zu Weihnachten florieren. Der Durchschnittsitaliener gibt 300 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, startet mit seinen Einkäufen 19 Tage vor dem Fest und benötigt dafür sechs bis sieben Tage. Durch den Online-Handel erwarten die Kunden nicht nur Einsparungen beim Preis sondern auch bei der Zeit.

In den letzten drei Jahren hat sich der Konsumtrend verändert. Während in den Jahren 2002 und 2003 noch der Handel mit Unterhaltungselektronik und der IT-Bereich an erster Stelle des E-Commerce-Volumens standen, sind diese inzwischen auf Rang drei und fünf abgesunken. Die Geschäfte über das Internet ziehen an, doch die Fachhändler im IT-Handel profitieren nicht proportional dazu, wird in der Branche kritisiert. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. So meldeten die Unterhaltungselektronik-Handelskette Mediaworld, Tochter der deutschen Saturn-Media-Gruppe sowie der IT-Händler Chl wachsende Online-Umsätze und profitieren vom Boom. Noch nutzt der modern organisierte Einzelhandel die Online-Vertriebschiene relativ wenig. Ausnahme ist die Supermarktkette Esselunga, deren E-Commerce-Umsätze kräftig zulegten.

Laut einer Untersuchung der Mailänder technischen Hochschule Politecnico (School of Management) stehen die Dienstleistungen an erster Stelle im Online-Geschäft. Der Fremdenverkehrssektor mit 42 Prozent aller Akquisitionen rangiert auf Platz Eins. Impulse kommen vor allem von den sogenannten Billigfluganbietern. Inzwischen tätigen bereits rund ein Drittel aller italienischen Touristen ihre Buchungen über das Internet. Das Online-Geschäft macht 4 Prozent des Branchenumsatzes aus. An zweiter Stelle im E-Commerce-Handel rangiert der Finanzsektor, wobei vor allem das Assekuranzgeschäft im Vordergrund steht. Insbesondere Kfz-Haftpflichtversicherungen, die nur online angeboten werden, bestreiten hier den Löwenanteil.

Laut der Politecnico-Untersuchung kaufen bereits 18 Prozent aller Italiener (zwischen 18 und 65 Jahre) im Internet ein. "Der Online-Handel hat sich als Standardeinkaufsstätte mit einem enormen Wachstumspotential etabliert", heißt es in der Untersuchung. Zu den Schwachpunkten des italienischen Systems zählt zweifellos das zersplitterte, oft unüberschaubare Angebot, sowie der große Anteil an angebotenen Raubkopien. Schätzungen der Marktforscher zufolge sind bis zu 30 Prozent aller im Internet angebotenen Waren gefälscht beziehungsweise Raubkopien.

Auch sind die Italiener gegenüber den Online-Zahlungen noch eher skeptisch. Zu den meist besuchten Plattformen zählen hier Kelkoo von Yahoo mit zwei Millionen Käufern pro Monat und Pangora (Lycos).

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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