Wachstumsaussichten
Nischenmärkte bieten Mittelständlern gute Chancen

Zwar zieht es einige deutsche Mittelständler durchaus in ferne Länder. Doch das gilt meist für Märkte, wo die Konkurrenz schon groß ist. Dabei bieten auch Länder wie Indonesien oder die Mongolei gute Möglichkeiten.
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DüsseldorfDeutschlands Mittelständler gelten als durchaus abenteuerlustig – viele unter ihnen exportieren ihre Produkte in ferne Länder oder errichten dort sogar eigene Fabriken. Meist drängen sie dabei aber auf Märkte wie China, Indien oder Brasilien, deren Geschäftschancen sich längst herumgesprochen haben. Entsprechend hart ist dort die Konkurrenz.

Die bundeseigene Außenwirtschaftsagentur empfiehlt deshalb gerade mittelständischen Firmen, den Blick stärker auf Länder mit hohen Wachstumsraten und großem Potenzial zu richten, die bislang relativ wenig beachtet werden. „Sie sollten auch auf Märkte achten, die noch weniger stark besetzt sind“, sagt Michael Pfeiffer, Geschäftsführer von Germany Trade and Invest (GTAI). Zu diesen Nischenmärkten zählt die GTAI Indonesien, Mexiko, Peru, Tunesien und die Mongolei, aber auch näher gelegene Staaten wie Norwegen und die Slowakei.

Die Wirtschaft Indonesiens etwa, mit 240 Millionen Einwohnern das viertbevölkerungsreichste Land der Welt, wächst seit Jahren mit Raten um sechs Prozent. Die Bedingungen für Investoren vor Ort sind zwar nicht einfach – im „Doing Business Report“ der Weltbank landet Indonesien nur auf Rang 126. Gerade für Exporteure ist das Land aber attraktiv: Für 2012 sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Plus von 6,5 Prozent voraus. Die Importe stiegen im vergangenen Jahr sogar um ein Drittel, die Einfuhren deutscher Waren aber nur um gut vier Prozent. „Hier ist noch viel Luft nach oben“, sagt Pfeiffer.

Ähnlich groß ist der Nachholbedarf in der Mongolei, die einen enormen Rohstoffboom erlebt. 2011 summierte sich der deutsche Handel mit dem Land auf gerade mal 150 Millionen Euro – weniger als 0,01 Prozent des gesamten Außenhandels der Bundesrepublik von rund zwei Billionen Euro. Der IWF prognostiziert für das Land in den nächsten fünf Jahren aber ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 14 Prozent, da große Vorkommen etwa von Kupfer, Kohle oder Gold erschlossen werden. Dadurch fließt auch viel Geld in den Ausbau der Infrastruktur, wo sich für deutsche Firmen Chancen bieten.

Laut GTAI-Chef Pfeiffer wächst aber auch das Interesse ausländischer Firmen an Investitionen in Deutschland. Die Zahl der Projekte sei im vergangenen Jahr um 40 Prozent gestiegen. Besonders das Engagement chinesischer Firmen nehme zu: Deutschland sei „weltweit der Markt Nummer eins“ für Betriebe aus der Volksrepublik, so Pfeiffer. Anders als früher seien die Chinesen an langfristigen Investitionen interessiert, nicht mehr allein am Transfer der Technologie.

Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

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