Wachstumschancen
Investmentbanken hoffen auf den Mittelstand

Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) in Deutschland läuft vor allem bei großen Transaktionen rund. Die Mammut-Käufe von Linde, BASF und Co. führen hier zu Größenordnungen, wie es sie nur in den Boomjahren 1999 und 2000 gab. Anders zeigt sich das Bild im Mittelstand.

pot/rob FRANKFURT. Das Volumen von M&A-Abschlüssen mit einem Wert bis 500 Mill. Dollar fiel nach Berechnungen des Finanzdatenanbieters Thomson Financial im ersten Halbjahr um 5,3 Prozent, verglichen mit den ersten sechs Monaten 2005. Das Gesamtvolumen betrug 10,1 Mrd. Dollar.

Für Henry Gibbon, Director M&A bei Thomson, ist es aber nur eine Frage der Zeit, „bis angesichts der derzeitigen Kauflust und des Optimismus in Deutschland die Welle auch auf den Mittelstand überschwappt“. Ungeachtet der so genannten Heuschrecken-Debatte in Deutschland hätten Finanzinvestoren einen starken Einfluss auf mittelgroße Fusionen in Deutschland, erwartet Gibbon. Michael Bonacker, einer der Deutschland-Chefs von Lehman Brothers, rechnet damit, dass die Suche nach einem Nachfolger an der Spitze vieler mittelständisch geprägter Unternehmen zu Verkäufen führen wird.

An der Spitze unter den Beratern im mittelständisch geprägten deutschen Markt rangiert UBS vor Goldman Sachs und ABN Amro. Auffällig ist, dass die großen Investmentbanken eine bestimmte Mindestgröße fordern, damit sie beraten. Bei einem Volumen von bis zu 100 Mill. Dollar sieht die Rangliste ganz anders aus: Hier steht Ernst & Young an der Spitze, gefolgt von Close Brothers und Sirrom Capital. Die meisten Deals in Deutschland hat ebenfalls Ernst & Young abgewickelt (17). Auf Rang zwei kommt Rothschild mit 13 Transaktionen.

Weltweit betrug das M&A-Volumen im Mittelsegment im ersten Halbjahr 367,8 Mrd. Dollar (plus 9,8 Prozent). Das europäische Geschäft wurde im Mittelstand (Volumen insgesamt 123,2 Mrd. Dollar, minus 1,9 Prozent) von Großbritannien bestimmt, wo sich das Volumen trotz eines Rückgangs um knapp 16 Prozent noch immer auf 33,6 Mrd. Dollar addierte. Deutschland folgt auf Platz zwei vor Frankreich, Spanien und Italien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%