Chinesen wollen Kuka
Ein allzu verlockendes Angebot

Mit gut gefüllten Geldbörsen sind chinesische Käufer in Europa auf Einkaufstour. Jüngstes Ziel ist der Roboterbauer Kuka. Aber müssen sich deutsche Firmen kaufen lassen, um in China Erfolg zu haben? Ein Kommentar.
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PekingDas Angebot klingt gut. Mit einer üppigen Prämie macht der chinesische Haushaltsgeräte-Primus Midea ein Übernahmeangebot für den Roboterbauer Kuka. 115 Euro je Kuka-Aktie bieten die Chinesen. Anfang Februar, bevor Midea seine erste Beteiligung an dem Augsburger Unternehmen bekanntgegeben hatte, rangierten die Kuka-Aktien noch bei rund 72 Euro. Nach Spekulationen über ein großzügiges Übernahmeangebot waren die Papiere am Dienstag im nachbörslichen Handel um zwölf Prozent auf 97 Euro nach oben geschossen.

Sitzt das Geld bei den Chinesen zu locker? Wohl kaum. Die Technik von Kuka ist in China sehr begehrt. Roboter werden in der zweitgrößten Volkswirtschaft dringend gebraucht. Die Löhne steigend kontinuierlich an. Das erhöht den Wettbewerbsdruck.

Automatisierung soll die Antwort darauf sein. Laut dem Weltbranchenverband International Federation of Robotics kommen in China bisher erst 36 Roboter auf 10.000 Beschäftigte. In Südkorea sind es 478, in Deutschland 292. Der Nachholbedarf ist enorm. Der Verband geht davon aus, dass 2018 jeder dritte neue Roboter in China installiert wird.

Nicht nur das. Die Regierung hat die Automatisierung zu einer Schlüsselbranche erklärt. Im Strategieplan „China 2025“ hat Peking ausformuliert, wie die Volksrepublik zu Industrieländern aufschließen soll. Dazu braucht China viele neue Roboter.

Das bietet gute Voraussetzungen für Kuka. Die Frage ist nur, ob sich die Augsburger von einer chinesischen Firma übernehmen lassen müssen, um auf dem verlockenden Markt Erfolg zu haben.

Heimische Roboterhersteller können in China leichter in den Genuss von staatlichen Fördergeldern kommen. Mit einem exzellent vernetzten Unternehmen wie Midea im Rücken, hätte ein europäischer Hersteller wie Kuka dann vielleicht auch bessere Chancen bei Ausschreibungen von chinesischen Staatsunternehmen.

Trotzdem könnte Deutschland damit langfristig ein technologischer Vorteil auf einem Zukunftsmarkt verloren gehen. Auch wenn Midea noch betont, im Falle einer Übernahme Kuka viele Freiheiten zu lassen, muss so ein Schritt gut überlegt sein.

Die Automatisierung steht in China noch am Anfang. In vielen Unternehmen sind fast gar keine Roboter im Einsatz. Von „Industrie 4.0“ sind viele Branchen in China noch sehr weit entfernt. Die Hochphase für die High-Tech-Roboter „Made in Germany“ hat in China noch gar nicht begonnen. Wenn jetzt jedoch bereits die Technik für künftige Wachstumsmärkte die Eigentümer wechselt, könnten deutsche Firmen das später bitter bereuen.

Stephan Scheuer ist China-Korrespondent des Handelsblatts. Quelle: Mirela Hadzic für Handelsblatt
Stephan Scheuer
Handelsblatt / Korrespondent China

Kommentare zu " Chinesen wollen Kuka: Ein allzu verlockendes Angebot"

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  • Erst fließt das Kapital nach Deutschland und damit nach und nach das Know-how nach China. Wir verkaufen unsere Zukunft. Es ist doch klar, dass aktuell die neuen Eigentümer den Übernahmekandidaten noch relativ viel Freiraum lassen um nicht aufzufallen. Die Strategie ist deutlich subtiler und eher langfristig ausgerichtet.

  • Unsere gewählte Regierung kann sich halt nicht um alles Kümmern, vor allen nicht Petitessen, wie ein führender Robo Bauer verschwindet nach China.
    Sie hat wichtigeres zu tun, sie befindet sich gerade voll im Flüchtlings Integration Prozess Modus. Bitte nicht stören sie muss was für die Bildung der Flüchtlinge machen. Das sie wenigstens die Hallen von KuKa pflegen können.

  • Hieß das nicht irgend wann mal: »Die Russen kommen?«

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