Drittmarkt-Kooperationen Über Umwege ans Ziel

Wer neue Märkte erobern will, muss erst mal anderswo präsent sein. Wie Unternehmen Japan und Südkorea als Umschlagplatz nutzen und welche Risikofaktoren sie dabei beachten müssen.
Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt
Platz 10
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Während Deutschland im Vorjahr (2014( noch auf Rang sechs lag, schafft es die Bundesrepublik zuletzt im Jahr 2015 nur noch auf den zehnten Platz. Der mitteleuropäische Staat steht vor vielen Herausforderungen. Dazu gehört der Druck, die Energiewende zu meistern, die digitale Transformation der Industrie voranzutreiben und private und öffentliche Investitionen zu fördern. Bauen kann Deutschland auf seine hoch qualifizierten Arbeitskräfte und eine Politik der Stabilität und Vorhersehbarkeit.

Platz 9
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Schweden fällt im Vergleich zu 2014 um vier Ränge von Platz fünf auf Platz neun. Das nordeuropäische Königreich kann besonders mit qualifizierten Arbeitskräften, den stabilen politischen Verhältnissen, einem wirksamen Rechtssystem und einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung glänzen. Auch das Bildungsniveau ist sehr hoch und die Infrastruktur sehr verlässlich.

Platz 8
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Auch Dänemark (im Bild die Kronprinzessin Mary) konnte sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr verbessern, von Platz neun geht es hoch auf Platz acht. Gut schneidet das nordeuropäische Königreich bei Managementpraktiken, Gesundheit und Umwelt sowie Arbeitsstandards ab. Auf dem ersten Rang landet Dänemark in der Kategorie der Regierungseffizienz gleich fünf Mal, denn es zeichnet sich nicht nur durch eine besonders große Rechtstaatlichkeit aus, sondern auch dadurch, dass Bestechung und Korruption kaum eine Chance haben.

Platz 7
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Norwegen kann im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Plätzen verzeichnen und landet 2015 damit auf dem siebten Platz. Die skandinavische Halbinsel kann vor allem mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufwarten, mit denen sie im internationalen Vergleich auf Platz eins landet. Weitere Faktoren, mit denen Norwegen punkten kann, sind im Bereich der Regierungseffizienz zu finden. Chancengleichheit, Transparenz sowie Rechtstaatlichkeit sind nur einige der besonders effektiven Maßnahmen der öffentlichen Hand.

Platz 6
5 von 10

Für Luxemburg ging es von Platz elf im Jahr 2014 hoch auf Platz sechs. Sehr gut schneidet das Großherzogtum im Bereich der politischen Stabilität, der wettbewerbsfähigen Besteuerung, des unternehmerfreundlichen Umfeldes und der qualifizierten Arbeitskräfte ab.

Platz 5
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Kanada hat es 2015 auf Platz fünf geschafft. Im Vorjahr landete der nordamerikanische Staat noch auf Platz sieben des IMD World Competitiveness Ranking. Die gute Platzierung hat Kanada vor allem der Stabilität und Vorhersehbarkeit in der Politik, dem hohen Bildungsniveau, qualifizierten Arbeitskräften und einem wirksamen Rechtssystem zu verdanken. Ganz gut schneidet Kanada auch aufgrund einer unternehmerfreundlichen Umgebung und einer offenen und positiven Haltung ab.

Platz 4
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Der vierte Platz geht an die Schweiz. Unternehmen aus aller Welt wissen vor allem die sehr gute Infrastruktur des kleinen Alpenstaates zu schätzen. Die hohe Bildung und der Umweltschutz landen gar im Vergleich zu 2014 nicht mehr nur auf Platz drei, sondern gleich auf der Eins. Auch die robuste Wirtschaft, Arbeitsstandards, geringe Entlassungs- sowie Kapitalkosten sind im internationalen Vergleich so gut wie unschlagbar.

Tokio/Sao Paolo/AthenDie Weltpremiere von Bosch in Japan liegt zwischen Einfamilienhäuschen und getrimmten Kiefern. In seinem Forschungszentrum in der Millionenstadt Yokohama hat der Stuttgarter Autozulieferer voriges Jahr den Hauptsitz für sein Motorradgeschäft eingerichtet. Geoff Liersch, Chef der Sparte, ist stolz, ein Pionier für Bosch zu sein. "Erstmals in der Geschichte von Bosch haben wir ein Hauptquartier eines Geschäftssegments außerhalb Deutschlands eröffnet."

Japan ist für Bosch der Hub für sein Motorradgeschäft. Kein Hub im traditionellen Sinne, in dem eine Firma von einem regionalen Drehkreuz andere Länder mitbeliefert. Vielmehr geht es darum, über den Kontakt mit den Konzernzentralen in Drittmärkten mit den Japanern ins Geschäft zu kommen und zu wachsen. Bosch, einer der größten Zulieferer der japanischen Autobauer, ist einer der Pioniere dieser Idee. Sie entstand in der Autosparte: Die japanische Niederlassung trägt inzwischen auch die Verantwortung für das Geschäft mit Toyota, Honda & Co. außerhalb Japans.

Das Prinzip: Produkte, die in den Zentralen der Japaner abgenickt werden, können auch Ingenieure der Japaner in den USA, China oder Lateinamerika einfach bestellen. 2014 erhöhte Bosch sein globales Geschäft mit Japans Autokonzernen um satte 14 Prozent. Jetzt soll die Motorradsparte dieses Konzept anwenden. Japans vier große Motorradhersteller Honda, Suzuki, Yamaha und Kawasaki kontrollieren 46 Prozent des Weltmarkts und sind in Asiens Schwellenländern stark. Genau dort erwartet Bosch, dass sich die Nachfrage bis 2020 nach seiner Steuerungselektronik für Motoren, Antiblockier- und Stabilitätssysteme von Motorrädern verdoppelt.

Das Wachsen über die Zentralen auf einem Drittmarkt ist besonders in Japan und Korea Strategie vieler Unternehmen. Denn dort gibt es Weltkonzerne, die stark zentral geführt werden. In einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Japan, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, gaben 53 Prozent die Hubfunktion als einen Grund für ihr Japan-Engagement an. "Das halte ich für sehr viel", sagt Kammerchef Marcus Schürmann.

80 Prozent der Firmen sagten, dass ihre japanische Niederlassung ausschlaggebend für das Wachstum mit japanischen Firmen im Ausland war. Die Bandbreite der Profiteure ist groß: Mittelständler und Großkonzerne, die japanische Auto- und Maschinenbauer, Elektronikkonzerne und andere beliefern. Auch der Möbelhersteller Wilkhahn profitiert vom Hub-Prinzip: "Es ist sehr viel leichter, ein japanisches Schloss mit einem japanischen Schlüssel zu öffnen", sagt Exportchef Nico Hünermann.

Wichtige Demonstration von Nähe
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