Gefälschte Rechnungen und Export-Einbruch: Wie schlimm steht es um China?

Gefälschte Rechnungen und Export-Einbruch
Wie schlimm steht es um China?

Pekings eingebrochener Außenhandel, der zunehmende Kapitalabfluss und dann sind auch noch die deutschen Exporte rückläufig. Wie geht es der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt?

PekingDie Daten waren deutlich schlechter als befürchtet: Der Außenhandel des Exportweltmeisters Chinas ist im Januar eingebrochen. Alles deutet auf eine weitere Abkühlung der Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hin. Die Ausfuhren sanken im Vergleich zum Januar des Vorjahres um 6,6 Prozent, wie die Zollverwaltung Mitte Februar in Peking mitteilte.

Dabei hatten Analysten nur einen Rückgang um 3,6 Prozent erwartet. Bei den Importen fiel der Rückgang mit einem Minus von 14,4 Prozent noch deutlicher aus. Insgesamt ging der Außenhandel um 9,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Im Handel mit Berlin gingen Ein- und Ausfuhren sogar um 13 Prozent zurück. Eine besondere Brisanz liegt jedoch in einer anderen Zahl: Während Einfuhren aus fast allen Ländern der Welt zurückgingen, nahmen sie aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong um gewaltige 119,9 Prozent zu, das zeigen Daten der Zollverwaltung.

Der gewaltige Anstieg ist auf „heißes Kapital“ zurückzuführen, sagt Shen Jianguang vom Hongkonger Vermögensverwalters Mizuho Securities. „Gefälschte Rechnungen verschleiern Kapitalabflüsse“, erläutert der Ökonom. Mit gefälschten Rechnungen könnten Unternehmen Kapital an den strengen Kontrollen vorbei außer Landes schaffen. Dazu stellten Dienstleister in Hongkong gefälschte Rechnung aus, die von Firmen auf dem chinesischen Festland bezahlt würden. So fließt Kapital aus Festlandchina nach Hongkong, von wo aus es mit weniger Einschränkungen international weiterverteilt werden kann.

Der Trick ist chinesischen Behörden seit Jahren bekannt. Immer wieder hatte die Zollverwaltung strengere Kontrollen angekündigt, um den illegalen Kapitalfluss einzudämmen. Die massiv gestiegenen Importzahlen aus Hongkong im Januar deuten jedoch darauf hin, dass das Geschäft mit den „heißem Kapital“ drastisch gestiegen ist. Denn die frisierten Rechnungen tauchen als Käufe von Produkten und Dienstleistungen in der Außenhandelsstatistik auf.

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