Globale Wirtschaft Auf zu neuen Ufern

Seite 4 von 5:
Äthiopien: Aufstieg zum Schwellenland

Gewaltige Infrastrukturprojekte bilden die Basis für den Aufschwung: Innerhalb von nur zehn Jahren ist der frühere Krisenstaat Äthiopien fast unbemerkt zum neuen Wachstumsstar in Afrika avanciert. Seit 2005 legt die Wirtschaft im Schnitt zwischen acht und zehn Prozent pro Jahr zu. Mittlerweile hat der mit Macht vorangetriebene Ausbau von Bahnlinien, Straßen und Dämmen auch das Interesse ausländischer Unternehmen geweckt.

Haupterwerbsquelle des Landes allerdings bleibt die Landwirtschaft. Eine verheerende Dürre bedroht nun die Bevölkerung. Angesichts der anhaltenden Trockenheit sind gegenwärtig eine Million Äthiopier von Hunger bedroht. Die Regierung in Addis Abeba spielt die Lage herunter - aus Angst, das neue Image des Landes zu gefährden. Einige Kommentatoren warnen jedoch vor einer Hungerkatastrophe von ähnlichem Ausmaß wie vor 30 Jahren - damals starben eine Million Äthiopier.

Es besteht berechtigte Hoffnung, eine solche Krise zu verhindern. Trotz einer Vielzahl selbst errichteter Hürden wie etwa die extreme Kontrolle der Wirtschaft, ist der allgemeine Aufschwung nach Meinung vieler Beobachter noch ungebrochen. Beträchtliches hat das Land geleistet, um die Lage der Menschen zu verbessern. So galten im Jahr 2000 rund 56 Prozent der Bevölkerung als extrem arm - bis 2010 sank der Wert auf 31 Prozent. Gleichzeitig stieg die Lebenserwartung, die Kindersterblichkeit ging massiv zurück. Die Regierung habe beim Abbau von Armut die "weltweit beeindruckendsten Zahlen", sagt ein britischer Entwicklungshelfer.

Der mit über 90 Millionen Einwohnern nach Nigeria bevölkerungsreichste Staat Afrikas ist zur fünftgrößten Volkswirtschaft in Subsahara-Afrika aufgestiegen. Zwar zählt Äthiopien beim Pro-Kopf-Einkommen dennoch weiter zu den ärmsten Ländern der Welt - doch es wird international heftig umworben.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt
Platz 10
1 von 10

Während Deutschland im Vorjahr (2014( noch auf Rang sechs lag, schafft es die Bundesrepublik zuletzt im Jahr 2015 nur noch auf den zehnten Platz. Der mitteleuropäische Staat steht vor vielen Herausforderungen. Dazu gehört der Druck, die Energiewende zu meistern, die digitale Transformation der Industrie voranzutreiben und private und öffentliche Investitionen zu fördern. Bauen kann Deutschland auf seine hoch qualifizierten Arbeitskräfte und eine Politik der Stabilität und Vorhersehbarkeit.

Platz 9
2 von 10

Schweden fällt im Vergleich zu 2014 um vier Ränge von Platz fünf auf Platz neun. Das nordeuropäische Königreich kann besonders mit qualifizierten Arbeitskräften, den stabilen politischen Verhältnissen, einem wirksamen Rechtssystem und einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung glänzen. Auch das Bildungsniveau ist sehr hoch und die Infrastruktur sehr verlässlich.

Platz 8
3 von 10

Auch Dänemark (im Bild die Kronprinzessin Mary) konnte sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr verbessern, von Platz neun geht es hoch auf Platz acht. Gut schneidet das nordeuropäische Königreich bei Managementpraktiken, Gesundheit und Umwelt sowie Arbeitsstandards ab. Auf dem ersten Rang landet Dänemark in der Kategorie der Regierungseffizienz gleich fünf Mal, denn es zeichnet sich nicht nur durch eine besonders große Rechtstaatlichkeit aus, sondern auch dadurch, dass Bestechung und Korruption kaum eine Chance haben.

Platz 7
4 von 10

Norwegen kann im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Plätzen verzeichnen und landet 2015 damit auf dem siebten Platz. Die skandinavische Halbinsel kann vor allem mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufwarten, mit denen sie im internationalen Vergleich auf Platz eins landet. Weitere Faktoren, mit denen Norwegen punkten kann, sind im Bereich der Regierungseffizienz zu finden. Chancengleichheit, Transparenz sowie Rechtstaatlichkeit sind nur einige der besonders effektiven Maßnahmen der öffentlichen Hand.

Platz 6
5 von 10

Für Luxemburg ging es von Platz elf im Jahr 2014 hoch auf Platz sechs. Sehr gut schneidet das Großherzogtum im Bereich der politischen Stabilität, der wettbewerbsfähigen Besteuerung, des unternehmerfreundlichen Umfeldes und der qualifizierten Arbeitskräfte ab.

Platz 5
6 von 10

Kanada hat es 2015 auf Platz fünf geschafft. Im Vorjahr landete der nordamerikanische Staat noch auf Platz sieben des IMD World Competitiveness Ranking. Die gute Platzierung hat Kanada vor allem der Stabilität und Vorhersehbarkeit in der Politik, dem hohen Bildungsniveau, qualifizierten Arbeitskräften und einem wirksamen Rechtssystem zu verdanken. Ganz gut schneidet Kanada auch aufgrund einer unternehmerfreundlichen Umgebung und einer offenen und positiven Haltung ab.

Platz 4
7 von 10

Der vierte Platz geht an die Schweiz. Unternehmen aus aller Welt wissen vor allem die sehr gute Infrastruktur des kleinen Alpenstaates zu schätzen. Die hohe Bildung und der Umweltschutz landen gar im Vergleich zu 2014 nicht mehr nur auf Platz drei, sondern gleich auf der Eins. Auch die robuste Wirtschaft, Arbeitsstandards, geringe Entlassungs- sowie Kapitalkosten sind im internationalen Vergleich so gut wie unschlagbar.

Zahlreiche Beobachter glauben, dass das Land langfristig mit Südafrika und Nigeria zu den Wirtschaftslokomotiven des Kontinents zählen wird. Bis 2025 will Äthiopien den Status eines Schwellenlandes erreichen. Das wäre allerdings selbst ohne die gegenwärtige Megadürre eine gewaltige Herausforderung. Wolfgang Drechsler IRAN Ende der Sanktionen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Iran: Ende der Sanktionen für das Eldorado am Gold
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Globale Wirtschaft - Auf zu neuen Ufern

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%