Globale Wirtschaft
Auf zu neuen Ufern

Die globale Wirtschaft gerät ins Stocken. Für Unternehmen wird es schwieriger, passende Märkte zu finden. Doch einige Länder entwickeln sich gerade vielversprechend – gerade für den deutschen Mittelstand.

Düsseldorf„Auf lange Sicht zu niedrig“ – so überschrieb der Internationale Währungsfonds vor wenigen Tagen seinen Ausblick auf das weltweite Wirtschaftswachstum. Gerade einmal 3,2 Prozent in diesem und 3,5 Prozent im kommenden Jahr erwartet der IWF und warnt vor einer langfristigen Stagnation.

China wächst langsamer und steht vor einer weiteren Anpassung seiner Wirtschaftsstruktur. Die Rohstoffpreise sind niedrig; das dämpft die Investitionen und den Konsum in vielen Schwellenländern. Viele Industriestaaten stecken in der Wachstumskrise, sind aber wie Japan oder Italien zu hochverschuldet für große Konjunkturanreize. Und die Notenbanken haben ihre Waffen in vielen Ländern schon weitestgehend im Einsatz.

Eine gefährliche Gemengelage, warnt etwa Ray Dalio, Chef des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater. Die Angst davor, dass diese Mischung zu einer globalen Abwärtsspirale führen könnte, hat die Finanzmärkte Anfang des Jahres erfasst - trotz erster konjunktureller Besserungen in China ist die Gefahr nicht gebannt. Volkswirtschaften einstiger Hoffnungsträger wie Brasilien oder Russland schrumpfen. Die Weltwirtschaft hängt aber zum größten Teil vom Fortschritt in Schwellen- und Entwicklungsländern ab. Doch im Schnitt ist deren Wachstum das niedrigste seit zwei Jahrzehnten - und es ist innerhalb der einzelnen Staaten höchst ungleich verteilt. So wird für Unternehmen die Wahl der richtigen Auslandsmärkte multipolarer und unübersichtlicher.

Die eine große Wachstumslokomotive fehlt. Doch es gibt sie noch, die Wachstumsstars. Indien glänzt mit einem erwarteten Plus von 7,5 Prozent. Und manche Länder, in denen der Wert niedriger liegt als in den Vorjahren, wachsen dennoch so dynamisch, dass sie für Unternehmen interessant sind. Etwa die fünf wichtigsten südostasiatischen Asean-Staaten Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Thailand und Vietnam, deren Wirtschaftsleistung immer noch um rund fünf Prozent zulegt. Unter den kleineren Asean-Ländern entwickelt sich etwa Myanmar angesichts des großen Aufbaubedarfs überdurchschnittlich.

Auch in Mexiko ist die Lage durch den Sog aus den USA und dank der Automobil-Investitionen stabiler als bei den südlichen Nachbarn. Und in Afrika, für das viele Wachstumshoffnungen mit dem Rohstoffverfall, dem Rückgang chinesischer Investitionen und der Dürre zerstoben sind, zeigen sich Volkswirtschaften wie die Äthiopiens als Erfolgsgeschichte. Aus einstigen Sorgenländern können schnell neue Hoffnungsträger werden wie Iran oder auch Argentinien derzeit zeigen.

Infrastrukturinvestitionen und Freihandelsabkommen sind mögliche Wachstumstreiber in dieser unübersichtlicheren und volatilen Lage. Nicht zuletzt bleibt China ein wichtiger Wachstumsmarkt: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wird nicht mehr einen so großen Anteil des globalen Wachstums stemmen, aber immer noch ein Fünftel. Und während Sektoren wie die Stahlindustrie unter enormen Überkapazitäten leiden, boomen die Dienstleistungsbranchen.

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