Globale Wirtschaft: Iran: Ende der Sanktionen für das Eldorado am Gold

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Auf zu neuen Ufern

Iran: Ende der Sanktionen für das Eldorado am Gold

Stagnation über Jahre: Die internationalen Sanktionen haben in der iranischen Wirtschaft auch einen hohen Investitionsstau verursacht. Dieser soll nun aufgelöst werden - und dabei setzt das Land vor allem auf deutsche Produkte und Kooperationen mit deutschen Investoren. Aber es gibt starke Konkurrenz: Frankreich, Italien, Österreich, China, Russland und Südkorea haben bereits Kontakte zu Teheran auf höchster politischer Ebene geknüpft.

"Wir hoffen sehr, dass die sehr lange und sehr gute Kooperation mit deutschen Unternehmen so schnell wie möglich wieder beginnt", sagte die neue Präsidentin der National Petrochemical Company von Iran (NPC), Marzieh Shahdaee, kürzlich dem Handelsblatt. Insgesamt steht "Made in Germany" zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf hoch im Kurs. Allerdings haben die Sanktionen im Atomstreit tiefe Spuren in der deutschen Handelsbilanz mit der zweitgrößten Volkswirtschaft am Golf hinterlassen: Binnen fünf Jahren hat sich das Im- und Exportgeschäft mit Iran bis 2015 auf 2,4 Milliarden Euro halbiert.

Politisch werden deutsche Firmen jetzt von der Bundesregierung unterstützt: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) leitet Anfang Mai die deutsch-iranische Wirtschaftskommission in Teheran, die erstmals nach 15 Jahren wieder zusammenkommt. Mit dabei: Dutzende deutsche Unternehmer.

Aber auch ein großes Problem hat Gabriel im Gepäck: Hermes-Kreditversicherungen für Iran wird es erst wieder geben, wenn er mit Teheran die leidige Altschuldenfrage gelöst bekommt. Iran steht bei der Bundesregierung mit 500 Millionen Euro nicht bezahlter Rechnungen in der Kreide, für die Berlin im Zuge der Hermes-Versicherungen haften musste. Weitere Schwierigkeit: In den USA mussten zahlreiche Banken wegen ihres Iran-Geschäfts hohe Strafen zahlen - große deutsche Institute mit US-Engagement sind trotz Aufhebung der Sanktionen kaum bereit zu Kreditlinien für Iran-Aufträge.

Die Zeichen für einen Aufschwung sind dabei deutlich: Der Tedpix, Teherans Börsen-Leitindex, ist von knapp über 25.000 Punkten im August 2012 auf ein Niveau von zuletzt über 80.000 Zähler gesprungen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
Mathias Peer
Mathias Peer
Wirtschaftspresse Bangkok / Auslandskorrespondent
Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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