Globale Wirtschaft: Myanmar: Neue politische Ära in Südostasien

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Auf zu neuen Ufern

Myanmar: Neue politische Ära in Südostasien

Es ist eine neue Ära angebrochen in Myanmars Retortenhauptstadt Naypyidaw. Die Militärjunta, die das südostasiatische Land ein halbes Jahrhundert lang beherrschte, hatte hier ihren abgelegenen Amtssitz errichtet - in großer Distanz zu den Oppositionskräften in der Metropole Rangun.

Dort lebte die Freiheitsikone Aung San Suu Kyi - auf Befehl der Generäle stand sie unter Hausarrest. Die Machtverhältnisse haben sich geändert. In Naypidaw hat nicht mehr die Armee das Sagen, sondern deren frühere Gefangene geben den Ton an. Suu Kyi durfte zwar trotz des Wahlsiegs ihrer Partei nicht Präsidentin werden - eine Verfassungsklausel schließt Personen mit ausländischen Verwandten vom höchsten Staatsamt aus. Doch sie setzte mit Htin Kyaw einen Vertrauten ein, der seit April als erster demokratisch legitimierter Präsident seit mehr als 50 Jahren nach Suu Kyis Vorgaben regieren soll.

Die Rückkehr zur Demokratie lohnt sich: Die Europäische Union und die USA reagierten bereits mit einem weitgehenden Ende ihrer Sanktionen auf den schrittweise eingeleiteten Rückzug des Militärs. Seitdem strömen ausländische Firmen in das Land mit seinen 55 Millionen Einwohnern. Im Jahr 2014 flossen ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 946 Millionen US-Dollar ins Land - fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Unternehmen sehen in Myanmar, dessen Lohnkosten zu den niedrigsten der Region gehören, einen günstigen Produktionsstandort aber auch einen stark wachsenden Absatzmarkt: Allein in diesem Jahr soll die Wirtschaftsleistung nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds um mehr als acht Prozent steigen.

Aus Sicht von Gareth Leather, Volkswirt bei der Beratungsfirma Capital Economics, wären auch zweistellige Wachstumsraten möglich, wenn Suu Kyis Regierung wirtschaftliche Reformen vorantreibt. "Bessere Bedingungen für Unternehmen zu schaffen, ist eine der größten Herausforderungen", sagt er. In der "Doing Business"-Rangliste der Weltbank kommt Myanmar nur auf Platz 167 von 189 Ländern. Wegen schlechter Infrastruktur, einer langsamen Verwaltung und hoher Korruption sind Geschäfte in dem Land immer noch ein Abenteuer.

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