Ifo-Index
China löst in deutschen Chefetagen noch keine Schocks aus

Trotz der anhaltenden Krise an den chinesischen Märkten steigt die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen. Das Barometer für das Geschäftsklima ist im August überraschend deutlich gestiegen.
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BerlinDie Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im August trotz zunehmender Sorgen um den wichtigen Absatzmarkt China überraschend aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg um 0,3 auf 108,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 107,7 Zählern gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft bleibt ein Fels in der Brandung“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Firmenchefs beurteilten die Geschäftslage besser, die Aussichten dagegen pessimistischer.

Der unerwartete Anstieg des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers gab dem Aktienmarkt Auftrieb. Der deutsche Leitindex Dax legte zuletzt 3,2 Prozent zu. „Offenbar hat der nochmals deutlich gesunkene Rohölpreis zu der erneut besseren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage geführt“, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Die Erwartungen hätten sich trotz der Negativmeldungen aus China gut gehalten.

Das Klima hellte sich in der Bauwirtschaft, bei den Dienstleistern und im Einzelhandel auf. Dagegen trübte es sich im Großhandel und in der Industrie ein. „Der Grund waren die merklich zurückhaltenden Erwartungen der Industriefirmen“, sagte Sinn. „Es planten auch weniger Unternehmen, die Produktion in den kommenden Monaten anzuheben.“

Die Turbulenzen in China schürten zuletzt Sorgen vor einem Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, zumal auch andere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland in Schwierigkeiten stecken. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft schreckte die Börsen mit schwachen Konjunkturdaten auf, die eine deutliche Abkühlung signalisieren. „Die Exportaussichten werden von Wolken überschattet“, sagte Nordea-Ökonom Holger Sandte. „Es braucht keine harte Landung in China, um die Investitionslust der deutschen Unternehmen zu bremsen. Es reicht der begründete Verdacht, dass China und andere Schwellenländer weniger wachsen als in den vergangenen Jahren.“

Die jüngsten Börsenturbulenzen seien in der Umfrage noch nicht erfasst worden, erklärte das Ifo-Institut. „Es ist davon auszugehen, dass der Ifo-Index unter Berücksichtigung der jüngsten Börsenturbulenzen ansonsten deutlicher gefallen wäre“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sie haben recht, Herr Schmidt!
    Die Umfrage war zwischen dem 10. und 15. August. Da spielte der Chinacrash noch gar keine Rolle. Das darf man aber den Medien nicht vorhalten. die können aus wirtschaftlicher Sicht darauf keine Rücksicht nehmen.
    Anderes Beispiel: An ein und dem selben Tag, an dem 21,1 Milliarden Überschuss in den Haushalten von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen vermeldet werden, muss natürlich Wasser in den Wein kippen. Die Krankenkassenbeiträge sollen trotz Milliardenreserven und steigenden Zuschüssen des Bundes in den Gesundheitsfonds steigen. Wenn das keine Absicht ist.

  • Und wann war die Deadline für die Umfrage? Sind die aktuellen Probleme denn da überhaupt schon eingegangen?

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