Immobilienmarkt Kambodscha, Laos und Myanmar
Ein Hauch von Abenteuer

Risikofreudige Immobilieninvestoren, die den Nervenkitzel suchen, sind in Südostasien richtig. Anders als in Deutschland wird spekulativ gebaut – und der Einsatz mit überdurchschnittlichen Gewinnen belohnt.

Phnom PenhWenn Reno Müller durch die mehrfach verglasten Scheiben seines klimaneutralen Büros in Phnom Penh schaut, blickt er in eine andere Welt. Weit unten, im Schatten des Vattanac-Turms, schleppt ein Arbeiter auf einer Baustelle von Hand Eimer mit frischem Zement und gießt ihn in eine Form. Der Mann trägt nichts als ein zerfetztes T-Shirt und eine Hose. Die Diskrepanz zwischen dem alten und neuen Phnom Penh könnte nicht größer sein. „Wir haben hier Leute, die noch nie auf einer Rolltreppe gefahren sind“, erklärt der deutschstämmige Müller, Geschäftsleiter von Vattanac Capital.

Der Vattanac-Turm prägt das Stadtbild von Phnom Penh. Ein 187 Meter hoher glänzender Palast aus Glas und Beton. Rund 120 Millionen Dollar (105 Millionen Euro) hat der Komplex gekostet, der einem den Rücken wölbenden Drachen nachempfunden ist. Die Ausstattung des Gebäudes, in dem rund 3.000 Menschen arbeiten, ist vom Feinsten.

Vattanac ist die Adresse in der kambodschanischen Hauptstadt für jeden, der Rang, Namen und Status hat oder haben will. Ein Jahr alt ist das Gebäude, und „wir genießen eine sehr gute Nachfrage“, berichtet Müller dem Handelsblatt. In einem Bericht des „Guardian“ vor zwei Monaten las sich das noch anders. Dort war die Rede von 30 Prozent Vermietungsquote. In Deutschland würde kein Investor ein solches Projekt anfassen, wenn er nicht mindestens die Hälfte der Fläche vorvermietet hat – auch weil die Banken nicht mitspielen würden.

In Schwellenländern besteht keine Scheu, spekulativ zu bauen. Reiche Familien wie die Vattanacs, die selbst eine Bank betreiben, sind in der Lage, sich die nötigen Mittel zu beschaffen und Durststrecken durchzustehen.

Doch ohnehin ist Müller vom Erfolg des Gebäudes überzeugt. Für ihn gehören Boss und Rolex auch in ein Land, in dem Millionen Menschen von weniger als drei Dollar am Tag leben müssen. „Die Luxusläden waren schon nach acht Monaten in der Gewinnzone“, versichert er und erklärt das so: „Kambodschas Oberschicht schätzt es, dass sie nicht mehr nach Singapur oder Hongkong fliegen muss, um eine Luxusuhr zu kaufen.“

Die Rechnung ist einfach. Produktionsbetriebe, denen China inzwischen zu teuer ist, wandern in Länder wie Kambodscha ab. Das Land zieht immer mehr ausländische Direktinvestments an. Von 2013 auf 2014 nahmen sie nach Zahlen von Asean Statistics um 40 Prozent zu. Und mit ihnen kommen weitere Ausländer ins Land.

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Wo zweistellige Renditen locken

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