Internationale Wirtschaft Chinas neue Seidenstraße nach Athen

Peking sieht Griechenland als Tor zu Europa und will den eurasischen Raum mit Milliardeninvestitionen in Wachstumsbranchen wie Logistik und Tourismus vernetzen. Auf dem Einkaufszettel: Häfen und Bahnstrecken.
„Ein Gürtel, eine Straße“ ist der sperrige Regierungsslogan für das wohl größte außenpolitische Projekt Chinas. Entlang der alten Seidenstraße auf dem Land und über eine neue „maritime Seidenstraße“ sollen neue Märkte erschlossen werden. Insgesamt will China 100 Milliarden Dollar bereitstellen, über einen Fonds, die AIIB-Bank und die BRICS-Bank. Quelle: picture alliance / AA
Hafen von Piräus

„Ein Gürtel, eine Straße“ ist der sperrige Regierungsslogan für das wohl größte außenpolitische Projekt Chinas. Entlang der alten Seidenstraße auf dem Land und über eine neue „maritime Seidenstraße“ sollen neue Märkte erschlossen werden. Insgesamt will China 100 Milliarden Dollar bereitstellen, über einen Fonds, die AIIB-Bank und die BRICS-Bank.

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Peking, AthenChina will einen Mythos wiederbeleben: die legendäre Seidenstraße. Sie steht Pate für ein Großvorhaben des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping. Mit einem Milliardenprojekt soll der alte Traum von einer Verbindung zwischen Pazifik und Mittelmeer Realität werden, mit Milliardeninvestitionen will Peking den eurasischen Raum vernetzen. Eine Eisenbahnstrecke von China bis Duisburg existiert bereits. Jetzt könnte Griechenland zum wichtigen Drehkreuz für Chinas Pläne ausgebaut werden.

Denn neben einem Landweg von der alten Kaiserstadt Xi'an in China über Zentralasien, die Türkei bis nach Deutschland gehört ein neuer Seeweg zur Seidenstraßen-Initiative. Die "maritime Seidenstraße" soll von Venedig über Athen durch den Suezkanal und den Indischen Ozean nach Südchina reichen. Häfen spielen für den Seeweg eine Schlüsselrolle. Und deshalb könnte Griechenland in Chinas Masterplan genau diese Rolle zukommen.

Das Handelsministerium in Peking hat im Oktober ein 73 Seiten umfassendes Strategiepapier zu Griechenland aufgelegt. Detailliert schildert die Behörde darin die Entwicklung der griechischen Wirtschaft, beschreibt aber auch Risiken durch die Schuldenkrise. "Immer mehr chinesische Firmen investieren in Griechenland", heißt es in dem Papier. Das Ministerium lobt Investitionschancen im Rahmen der Seidenstraßen-Initiativen und hebt etwa den Schiffsbausektor, die Logistik und den Tourismus als potenzielle Wachstumsbranchen hervor.

Vorreiter aus China ist der Mischkonzern Cosco. In zwei Schritten übernimmt das Unternehmen zunächst 51 und nach fünf Jahren weitere 16 Prozent an der Hafengesellschaft von Piräus (OLP), die hinter Griechenlands größtem Hafen steht. Die Übernahme lässt sich Cosco 437,5 Millionen Euro kosten, mindestens weitere 300 Millionen verspricht der Konzern in den nächsten fünf Jahren zu investieren.

Chinesen machen im deutschen Mittelstand fette Beute
Manz
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Der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric Group will beim kriselnden Maschinenbauer und Apple-Zulieferer Manz einsteigen. Beide Unternehmen wollten in den Bereichen Energiespeichersysteme, Solar und Automationstechnologie zusammenarbeiten. Damit verbunden sei eine „maßgebliche Beteiligung“ von Shanghai Electric an Manz. Wie viel die Chinesen investieren werden, blieb zunächst offen.

EEW Energy
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Die chinesische Holding Beijing Enterprises gibt Anfang Februar 2016 bekannt, den Müllverbrennungsspezialisten EEW Energy from Waste aus Helmstedt für rund 1,44 Milliarden Euro zu übernehmen. EQT zufolge handelt es sich um die bisher größte chinesische Direktinvestition in ein deutsches Unternehmen.

Kraussmaffei
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Der Spezialmaschinenbauer wurde im Januar 2016 von ChemChina, dem größte Chemiekonzern Chinas, für 925 Millionen Euro gekauft. ChemChina kam unlängst erneut in die Schlagzeilen - mit einem 43-Milliarden-Dollar-Angebot für den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta.

Kion
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2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Koki Technik Transmission Systems
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Das sächsische Unternehmen Koki Technik Transmission Systems produziert innere Schaltsysteme für Getriebe. Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite
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Der deutsche Autozulieferer Hilite wird an den chinesischen Industriekonzern AVIC verkauft. Der britische Finanzinvestor 3i, der Hilite 2011 übernommen hatte, teilte am 29.05.2014 mit, er habe bei dem Geschäft das 2,3-fache seines ursprünglichen Einsatzes von 190 Millionen Euro verdient.

Der Hersteller von Komponenten für Motoren und Getriebe mit Sitz im fränkischen Marktheidenfeld sei bei dem Geschäft mit 473 Millionen Euro bewertet worden. Hilite hat rund 1300 Mitarbeiter und beliefert unter anderem Volkswagen, Daimler, BMW und General Motors.

Tailored Blanks
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Der Industriegüterkonzern ThyssenKrupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Erst im Dezember war Cosco durch die Fusion mit der China Shipping Group zur weltweiten Nummer vier in der Containerschifffahrt aufgestiegen. Aber die Macht des neuen Konzerns hängt an staatlichen Garantien. Denn beide Staatsreedereien waren vor der Fusion hochverschuldet und hatten zuletzt keine Gewinne erwirtschaftet.

Den Chinesen ist ein guter Deal gelungen, glaubt Sun Lijian, Vizedekan der Wirtschaftsfakultät an der Fudan Universität in Schanghai. "Das war ein guter Preis. Natürlich greifen Firmen zu, wenn sie günstig lukrative Investments tätigen können", sagte Sun dem Handelsblatt. Cosco will den Hafen zur Drehscheibe für den Containerverkehr zwischen Asien und Europa ausbauen. Schon jetzt schlagen Konzerne wie Hewlett Packard, Sony, Huawei und ZTE einen Großteil ihrer aus Asien kommenden und für Mitteleuropa bestimmten Lieferungen in Piräus um.

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China steht unter Abwärtsdruck
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