Investments in den Emerging Markets
Schwellenländer haben das Schlimmste hinter sich

Aus den Schwellenländern fließen Milliarden Dollar ab, die Aktienkurse sind auf Talfahrt. Doch wie lange noch? Wo lohnt der Einstieg? Wie viele Papiere aus den Emerging Markets gehören ins Depot. Anlageprofis geben Tipps.

DüsseldorfDer Aderlass ist extrem. Die Börsen in den aufstrebenden Schwellenländern stehen massiv unter Druck. Der internationale Bankenverband IIF fürchtet, dass sich die Abflüsse aus den sogenannten Emerging Markets in diesem Jahr auf 540 Milliarden Dollar summieren werden. Keine guten Nachrichten für Anleger, die bereits jetzt auf hohen Verlusten sitzen.

Im laufenden Jahr hat der MSCI Emerging Markets gut zehn Prozent verloren und sich damit deutlich schlechter entwickelt als die meisten Indizes der Industrieländer. Auch auf Sicht von fünf oder zehn Jahren hinken die einstigen Börsenstars den Weltbörsen hinterher. Der jahrelange Börsenaufschwung ging an ihnen weitestgehend vorbei. Vor allem das schwächelnde Wirtschaftswachstum einiger Länder, vor allem Chinas und die Angst vor den Auswirkungen auf die Weltkonjunktur belasten.

Doch Vermögensverwalter wollen die Region noch nicht abschreiben, im Gegenteil. „Generell sind fast alle Emerging Markets in Gruppenhaft genommen worden“, sagt Burkhard Wagner, Vorstand von Partners Vermögensmanagement. „Auch Märkte wie Mexico und Singapur, die über positive Rahmenbedingungen verfügen, werden mittlerweile abgestraft.“ Trotz aller konjunkturellen Sorgen bezweifelt er, dass es zu weiteren dramatischen Abflüssen aus der Region kommen wird. Und Thomas Retzlaff von Hallertauer Vermögensmanagement ist überzeugt, dass die Emerging Markets das Schlimmste bereits hinter sich haben.

Bernd Linke von der Hoppe Vermögensbetreuung erwartet in den kommenden Wochen ebenfalls keinen weiteren deutlichen Kursrückgang. „Sollte es dennoch dazu kommen, dürften sich die Auswirkungen auf die Aktienmärkte in Europa und den USA in Grenzen halten“, sagt er. „In diesen Märkten sind die jüngsten Turbulenzen der Schwellenländer, allen voran China, meines Erachtens bereits eingepreist beziehungsweise sogar übertrieben eingepreist.“ Ernst Heeman von der Heemann Vermögensverwaltung sieht ebenfalls keine großen Gefahren für die Emerging Markets, auch nicht trotz teils erheblicher Abflüsse. Die vier Vermögensverwalter messen sich mit ihren Portfolios beim Depot-Contest der Münchener DAB Bank.

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Anleger sollten die Emerging Markets eher untergewichten

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