Lateinamerika
Pazifik-Allianz bietet lukrative Chancen

Südamerikas neue Wirtschaftsgemeinschaft Pazifik-Allianz steht vor der Bewährungsprobe. Nach ersten Erfolgen gilt es nun, Wertschöpfungsketten zu verknüpfen. Für deutschen Unternehmen bieten sich lukrative Chancen.
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São PauloDas internationale Interesse war groß. 34 Staaten hatten offizielle Beobachter entsandt, als im vergangenen Juni die Präsidenten von Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko zusammenkamen. Auch Deutschland schickte einen Vertreter ins mexikanische Punta Mita. Der Grund für die hohe Aufmerksamkeit ist die überraschende Dynamik, die das jüngste Integrationsprojekt in Lateinamerika entfaltet: die Pazifik-Allianz.

Den Zusammenschluss gründeten die vier Staaten 2012 und sie rücken seitdem zielstrebig zusammen. Schon nach einem Jahr befreiten sie 90 Prozent ihres Handels untereinander von Zöllen – in fünf Jahren soll es gar keine Importbeschränkungen zwischen den Partnern mehr geben. Zudem wurden die Visaauflagen bei der Migration von Arbeitskräften zwischen den Staaten abgeschafft. Noch in diesem Jahr wollen sie ihre Börsen auf einer gemeinsamen Plattform betreiben. „Es ist Zeit für die zweite Phase der Entwicklung und Vertiefung“, sagte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto beim Gipfeltreffen in seiner Heimat.

Der neue Gemeinsinn der politischen Führung in Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko macht sich bezahlt. Trotz sinkender Preise für ihre wichtigsten Exportgüter – Produkte aus Bergbau und Landwirtschaft sowie Öl – wachsen die Allianzstaaten stärker als die Weltwirtschaft: Ein Plus von drei Prozent dürfte es 2015 werden. Damit ist die Lage in den vier Ländern weit besser als in Brasilien und Argentinien. Die beiden größten Ökonomien Südamerikas sind von Rezession und Inflation geplagt. Und die jüngsten Quartalszahlen der vier Allianz-Mitglieder zeigen: Die Konjunktur zieht an.
Als vorbildlich gilt die investorenfreundliche Wirtschaftspolitik der vier Staaten. In entsprechenden Rankings haben sie den Rest Lateinamerikas weitgehend abgehängt. Die Staaten am Pazifik machen Brasilien als traditionell wichtigstem Standort für internationale Unternehmen in der Region starke Konkurrenz und zogen zusammen zuletzt 42 Prozent der Auslandsinvestitionen an.
Zudem haben die Allianz-Mitglieder – inzwischen zählt auch Costa Rica dazu – weltweit zahlreiche Freihandelsabkommen vereinbart – mit Deutschland und der EU etwa bestehen entsprechende Assoziierungsverträge. Das fördert den Export: Mit nur einem Drittel der Wirtschaftsleistung Lateinamerikas sind die vier Länder für die Hälfte des Außenhandels verantwortlich. Die Pazifik-Allianz wecke „derzeit über die Region hinaus große Erwartungen und gilt als wichtiger Protagonist bei der künftigen Entwicklung ganz Lateinamerikas“, urteilt das Giga-Institut für Lateinamerika-Studien in Hamburg.

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