Luftfahrt
Asiens Billigflieger im Anflug auf Europa

Billigflieger aus Asien expandieren weltweit mit neuen, effizienten Flugzeugen. Günstige Treibstoffpreise fördern das Geschäft zusätzlich. Doch das aggressive Wachstum der Asiaten wirft auch Probleme auf.

Frankfurt, JakartaRusdi Kirana will es wissen. Für den Chef der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air sind Australien und Europa die neuen Ziele. „Noch in diesem Jahr wollen wir die australische Stadt Brisbane anfliegen, nächstes Jahr dann Sydney“, sagt Kirana in einem Interview des Handelsblatts. Danach gehe es nach Europa. 2018 sollen die ersten Maschinen seiner Vollservice-Linie Batik Air in London oder Amsterdam landen.

Kirana ist mit seinen ambitiösen Plänen nicht allein. Auch Tony Fernandes, Gründer und CEO der Billigairline Air Asia Xin Kuala Lumpur, hat jüngst über Twitter und Facebook mitgeteilt, dass eine Verbindung nach London für das Jahr 2018 „definitiv auf dem Zettel“ stehe. Über Istanbul kann man zudem bereits ab Ende Oktober mit Air Asia Xvon Kuala Lumpur nach Barcelona reisen. Air Asia Xhatte London und auch Paris bereits 2011 in den Flugplan aufgenommen, die Verbindungen aber im März 2012 wegen zu hoher Kosten wieder eingestellt. Nun gebe es wegen der Treibstoffpreise und neuer, effizienter Flugzeuge eine neue Chance, so Fernandes.

Ab dem 20. Juni kommenden Jahres will zudem Scoot, die Billigtochter von Singapore Airlines, viermal in der Woche nach Athen fliegen. Es ist die erste Europa-Strecke des Anbieters, Beobachter gehen davon aus, dass weitere folgen werden. Scoot bricht damit sogar einen Rekord. Die Direktverbindung ist mit rund 10 000 Kilometern die bislang längste Langstrecke, die eine Billig-Airline aktuell anbietet. Scoot setzt dabei auf den Dreamliner von Boeing, die 787-8 mit 329 Sitzen.

Es ist vor allem die Kombination aus niedrigeren Treibstoffpreisen und neuen Flugzeugen wie dem Dreamliner oder dem Airbus A350, die den asiatischen Luftverkehrsmarkt antreibt. Die kleineren Langstreckenflugzeuge (Widebodies) arbeiten höchst effizient. „Bis zum Auftauchen dieser neuen Generation von kleineren Widebodies galt allgemein, dass Billigflüge auf der Langstrecke ab einer Flugdauer von etwa acht bis neun Stunden unrentabel werden, weil dann der Treibstoff einen so großen Anteil an den Kosten hat, dass sich die Billiganbieter gegenüber anderen Airlines nicht mehr ausreichend differenzieren können“, begründet der Brancheninformationsdienst Capa in einer aktuellen Analyse die bisherige Zurückhaltung bei der Expansion von Asien nach Europa.

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