Mittelstandsbarometer

Der Sprung über die Grenze lohnt

Die Internationalisierung schafft Investitionen  und Jobs – auch im Mittelstand. Das wirkt sich auf die Stimmung aus. Warum gerade kleinere Firmen eine Expansion ins Auge fassen.
  • Thomas Luther
Studie verleitet zu Optimismus. Quelle: dapd
Ernst & Young

Studie verleitet zu Optimismus.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDeutsche Mittelständler mit nennenswertem internationalem Geschäft sind mit ihrer Geschäftslage deutlich zufriedener als Unternehmen, die ausschließlich in Deutschland tätig sind. Dies geht aus dem jüngsten Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsberatung EY, früher Ernst & Young, hervor. Demzufolge erwarten zwei von fünf Mittelständlern mit Auslandsengagement trotz der aktuellen Schwäche auf einigen Exportmärkten eine verbesserte Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Etwa die Hälfte erwartet, dass sie gleich bleibt. Bei den ausschließlich in Deutschland tätigen Unternehmen erwartet nur jedes dritte eine Verbesserung, 56 Prozent rechnen zumindest mit stabilen Geschäften. Für die Studie wurden 3000 mittelständische Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Euro befragt.

Das sind die ehemaligen Wachstumsländer
Konferenz in Goa
1 von 11

Einst galten die fünf Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika als zukünftige Wirtschaftsmächte. Doch mindestens drei von ihnen geht es wirtschaftlich durchwachsen bis schlecht. Selbst Klassenprimus Indien gelingt es nicht, alle Teile seiner Bevölkerung auf seinem Wachstumspfad mitzunehmen. Die Lage in den fünf Ländern im Überblick.

Brasilien
2 von 11

Schlimmer geht zwar bekanntlich immer, aber in Brasilien ist das kaum noch vorstellbar. Das Land steckt in einer tiefen Rezession. 2015 brach die Wirtschaftskraft um 3,8 Prozent ein. Experten rechnen bis 2017 mit weiteren Rückgängen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Preise steigen, der Konsum bricht weg, die Landeswährung Real ist eingebrochen, die Staatskassen sind leer. Brasilien leidet als Ölexporteur unter den Dumping-Ölpreisen.

Brasilien
3 von 11

Auch politisch steckt das Land in einer Krise. Führende Politiker stehen wegen Korruptionsvorwürfen im Visier der Justiz. Ex-Präsidentin Dilma Rousseff wurde im August aus dem Amt gejagt. Ihr Nachfolger Michel Temer will das Land mit Reformen aus der Rezession holen.

Russland
4 von 11

Auch Russland geht es nicht besonders gut: Seit dem vergangenen Jahr schrumpft die Wirtschaft, die Preise steigen. Vor allem die niedrigen Ölpreise machen dem Förderland zu schaffen. Hinzu kommen Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise.

Russland
5 von 11

Um die klammen Staatskassen aufzufüllen, setzt Präsident Wladimir Putin auf Privatisierungen und hofft auf Einnahmen von umgerechnet über 13 Milliarden Euro in diesem Jahr. Es wäre die größte Privatisierungswelle seit den 1990er Jahren - doch bislang geht es schleppend voran. Unterdessen kämpft Putin zusammen mit dem Ölkartell Opec gegen die Dumping-Ölpreise. Einen Etappensieg erreichten die Förderländer im Oktober, indem sie eine Einigung auf eine Förderbegrenzung signalisierten. Das Ölpreise legten daraufhin weltweit zu.

Indien: Präsident Narendra Modi
6 von 11

Wachstumssorgen hat der Subkontinent zurzeit keine. Der Internationale Währungsfonds sagt ein Wirtschaftswachstum von 7,6 Prozent in diesem und im kommenden Jahr voraus. Die Inflation, früher regelmäßig über zehn Prozent, bleibt stabil zwischen fünf und sechs Prozent. Die Regierung hat zahlreiche Wirtschaftszweige für direkte Auslandsinvestitionen geöffnet. Zudem ist eine allgemeine Steuer auf Güter und Dienstleistungen in Arbeit, die das Abgabendickicht der 29 Bundesländer entwirren und dem Land ein zusätzliches Wachstum von einem bis zwei Prozentpunkten verschaffen soll.

Indien
7 von 11

Doch mindestens zwei Drittel der Bevölkerung ist von dem neuen Wohlstand ausgeschlossen. Die 800 Millionen Inder, die auf dem Land leben, haben heute weniger Nahrung zur Verfügung als in den 1970er Jahren. Auf dem Welthungerindex steht Indien auf Platz 97 von 118, mit Abstand die schlechteste Bewertung aller Brics-Länder.

Mittlerweile ist jeder dritte deutsche Mittelständler im Ausland aktiv. Die Internationalisierung sorgt für einen Investitionsschub und höhere Beschäftigung. So planen 29 Prozent der international aktiven Unternehmen, ihre Gesamtinvestitionen in Ausrüstung, Maschinen oder Gebäude zu steigern – bei den nur auf dem heimischen Markt tätigen Unternehmen wollen 24 Prozent mehr investieren. Und mehr als ein Drittel (35 Prozent) der internationalisierten Mittelständler will in den kommenden sechs Monaten neue Stellen schaffen – bei Unternehmen ohne Auslandstätigkeit liegt der Anteil nur bei 30 Prozent.

„Viele Mittelständler haben früh angefangen, Standorte in anderen Ländern aufzubauen und ihre Produkte auf einen internationalen Markt auszurichten“, sagt EY-Partner Peter Englisch. „Im globalen Wettbewerb haben sie sich dadurch deutliche Vorteile verschafft und sind nicht mehr abhängig vom Binnenmarkt. Gleichzeitig profitieren sie von den hohen Zuwachsraten in schnell wachsenden Ländern.“

Startseite

Mehr zu: Mittelstandsbarometer - Der Sprung über die Grenze lohnt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%