Personalberater im Ausland Unterwegs zu neuen Märkten

Personalberater folgen ihren Kunden ins Ausland, denn internationale Stellen sind häufig schwer zu besetzen. Die weltweite Suche ist gerade für mittelständische Vermittler aufwendig und kostspielig – aber unausweichlich.
1 Kommentar
Geschäftsleute in Dubai: Auch Mittelständler suchen mehr Führungskräfte im Ausland. Quelle: ap

Geschäftsleute in Dubai: Auch Mittelständler suchen mehr Führungskräfte im Ausland.

(Foto: ap)

KölnDer Direktflug dauerte nicht mehr als sechs Stunden, doch im Geiste hatte Peter Mischke seine Reise nach Saudi-Arabien schon deutlich früher begonnen. „Ich habe mich noch nie so intensiv vorbereitet wie auf meine erste Geschäftsreise dorthin in diesem Jahr“, sagt der Personalberater, „obwohl ich seit Jahren im Nahen Osten unterwegs bin und eigentlich sehr gut mit der arabischen Kultur vertraut bin.“

Ziel der Reise war es, neue Kontakte in Saudi-Arabien zu knüpfen und die Besonderheiten des Landes noch besser zu verstehen. Denn Mischke hat dort aktuell gleich mehrere Positionen für seine europäischen Kunden zu besetzen: „Wenn sie uninformiert versuchen, sich in einem neuen Markt zu etablieren, können sie sich unter Umständen einige blaue Flecken holen.“

Mischke ist bei Weitem nicht der einzige Personalberater, der im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung seiner Kunden neue Märkte ins Visier nimmt: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Branchenplattform Talentory ergab, dass von 100 befragten Personalberatern 45 einen Anstieg an internationalen Suchaufträgen verzeichnen.

Fast die Hälfte der Befragten beklagt aber, dass Stellen mit internationalem Hintergrund immer schwerer zu besetzen sind. Die internationale Suche ist insbesondere für kleine und mittelständische Vermittler aufwendig und kostspielig - aber unausweichlich, wollen sie das Geschäft nicht verlieren. Branchenweit knüpfen Berater deswegen neue Netzwerke oder eröffnen eigene Auslandsbüros. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eigene Nachwuchskräfte.

Diese Dinge sollten Sie unbedingt vor Ihrem Auslandsjob klären
Das haben Sie vor der Arbeit im Ausland zu tun
1 von 10

Bevor es losgeht, gibt es ganz schön viel zu tun. Damit Sie nichts vergessen, haben Anne Jacoby und Florian Vollmers, deren Buch „Kapstadt statt Karstadt – So geht internationale Karriere heute“ kürzlich im Campus Verlag erschienen ist, eine große Checkliste für Sie zusammengestellt.

Visa, Zoll, Steuern, Dokumente
2 von 10

Lesen Sie immer die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes und informieren Sie sich über Visa und Zoll; Sie brauchen schließlich eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn Sie im Ausland arbeiten wollen. Genauso wichtig können ein Konto und ein neuer Handyvertrag sein, den Sie im Ausland abschließen. Was den Arbeitsvertrag betrifft, sollten Sie Sonderkonditionen verhandeln, denn das Leben im Ausland ist nicht nur für Ihren Arbeitgeber sehr teuer. Klären Sie vorab auch, wer die Kosten für Dokumente (Beglaubigungen, Übersetzungen, Gebühren) übernimmt und welche zusätzlichen Versicherungen Sie brauchen. Und sprechen Sie mit Ihrem Chef über eine Look&See-Reise – im Idealfall für die ganze Familie – vor der Entsendung.

Führerschein, Medikamente, Reintegration
3 von 10

Beantragen Sie einen internationalen Führerschein und gegebenenfalls einen Studentenausweis. In den USA brauchen Sie irgendwann eine Driver’s License des jeweiligen Bundesstaats – hierüber informieren die US-bundesstaatlichen State Boards. Legen Sie außerdem eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern an, um ggf Bank- oder Kreditkarten sperren zu lassen und um die Botschaft oder wichtige Versicherungen schnell kontaktieren zu können. Schon vor der Abfahrt sollten Sie auch die Reintegration nach der Rückkehr mit dem Chef klären. Diabetiker und Allergiker sollten ausreichend Medikamente bzw. Rezepte organisieren.

Diese Dokumente gehören in Ihr Gepäck
4 von 10

Reisepass, Impfpass, Personalausweis, Gesundheitspass, Brillenpass, Krankenversicherungsnachweis, internationaler Studentenausweis, wenn Sie studieren, internationaler Führerschein, Arbeitsvertrag, Kreditkarte, ggf. Visum, polizeiliches Führungszeugnis, Geburts- und Heiratsurkunde sowie relevante Unterlagen für die Schulen der Kinder. Sinnvoll vor allem für Krisengebiete: Testament, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht.

So organisieren Sie Ihren Umzug
5 von 10

Verkaufen, kündigen oder vermieten Sie die Wohnung in Ihrem Heimatland unter. Möbel lassen sich in einem Mietlager oder bei Freunden unterbringen. Wenn Sie etwas mitnehmen möchten, erkundigen Sie beim Zoll nach den Formalitäten und informieren Sie Post, Banken, Finanzamt, Versicherungen, Einwohnermeldeamt, Kindertagesstätten und Schulen über die neue Adresse.

Versicherungen, Mitgliedschaften, Haustiere
6 von 10

Klären Sie mit allen Versicherungen den Status ab und denken Sie bei Abonnements über eine Kündigung nach oder lassen Sie den Vertrag ruhen; insbesondere Internet, Telefon, TV, Radio, GEZ, Strom- und Gas-/Wasserversorger. Wenn Sie ein Haustier haben, organisieren u.a. Einfuhrbestätigungen, Impfungen, Quarantäne und den Transport. Not least: Feiern Sie Ihre Abschiedsparty!

Das ist zu tun, wenn Sie zurück nach Hause wollen
7 von 10

Lassen Sie sich im Ausland erworbene Qualifikationen anerkennen und holen Sie Bestätigungen über geleistete Sozialversicherungsbeiträge und die Dauer des Aufenthalts ein. Verhandeln Sie ggf. die Übernahme von Maklerkosten und eine Kostenpauschale für den Umzug – Unterstützung gibt es dabei auch von einem Relocation Service. Ändern Sie wieder die Adressen bei Post, Banken, Finanzamt & Co. und klären Sie den Status mit allen Versicherungen und Verträgen (Internet, Telefon, TV, Radio etc.) ab.

„Es gilt, für Jobs mit globalen Aufgaben global zu suchen. Auch wird ein großer Teil der Dokumente heute schon in englischer Sprache verfasst“, sagt Martin Schubert, Partner im Frankfurter Büro von Eric Salmon & Partners. „Unsere Mitarbeiter müssen einen internationalen Hintergrund haben, sonst ist man nicht glaubwürdig.“

Aufgeteilt haben sich die Berater bei Eric Salmon nach Branchen, gesucht wird aber nicht mehr nur in einzelnen Ländern. Dabei hilft zum einen die eigene internationale Erfahrung, zum anderen die Unterstützung von Auslandsstandorten: In Europa ist die Personalberatung bereits gut vertreten, auch in China hat man ein Büro, über Singapur wird nachgedacht. „Es hat für uns eine hohe Bedeutung, dass wir intern einen sehr engen Austausch haben“, sagt Schubert.

Kleinere Anbieter setzen auf Netzwerke
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

1 Kommentar zu "Personalberater im Ausland: Unterwegs zu neuen Märkten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • diese Aussagen kann ich persönlich nicht widerspiegeln. Trotz Auslandsaufenthalt, mehrsprachig, romanischer Herkunft, mit langjähriger Berufserfahrung ist das Interesse von vielen Unternehmen insbesondre Global Player nicht vorhanden. Viele Unternehmen wollen letztendlich nur 20 Jährige, keine oder geringe Berufserfahrung und billig. am besten gratis !!

    Denke der Bericht spiegelt nicht immer die Realität, zumal doch die interessanten Stellen oft intern "muss" besetzt werden.
    Wie immer ist die Theorie nicht mit der Realität vergleichbar !
    SORRY , DESCULPA,

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%