Werkzeugmaschinen
Iran wird zum Hoffnungsträger

Chinas Nachfrage nach Werkzeugmaschinen schrumpft weiter. Damit trüben sich auch die Absatzaussichten für deutsche Unternehmen ein. Große Hoffnungen setzt die Branche nun auf das Geschäft mit dem Iran.

DüsseldorfNach einem Rekordergebnis im Vorjahr schlägt der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) vorsichtigere Töne an. „Wir erwartet für 2016 einen moderaten Zuwachs von einem Prozent“, sagte Verbandschef Heinz-Jürgen Prokop am Donnerstag in Frankfurt. Damit sind die Werkzeugmaschinenbauer aber noch etwas optimistischer als die Maschinenbauer insgesamt. Der Branchenverband VDMA hatte Anfang Februar für das laufende Jahr ein Nullwachstum im Maschinenbau prognostiziert.

Die Stimmung im Werkzeugmaschinenbau dämpft vor allem das schwache Geschäft mit China: Die Aufträge aus China seien um acht Prozent zurückgegangen. Das Land stehe aber für ein Drittel des internationalen Werkzeugmaschinenverbrauchs. Insgesamt hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im vergangenen Jahr Maschinen im Wert von 15,1 Milliarden Euro produziert. Das waren vier Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auf das Auslandsgeschäft entfielen rund 9,4 Milliarden Euro.

Besonders gut lief es nach Angaben des Verbands in Europa mit einem Plus von acht Prozent. Die Werkzeugmaschinenindustrie gehört zu den fünf größten Fachzweigen im Maschinenbau, sie liefert Produktionstechnologie für die Metallbearbeitung in alle Industriezweige. Für sie wichtig sind etwa die Nachfrage in der Automobil- sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie.

Große Hoffnungen setzen die deutschen Werkzeugmaschinenbauer auf den Iran. Zu Hochzeiten Anfang der 90er-Jahre wurden laut VDW Maschinen im Wert von fast 190 Millionen Euro exportiert. Im vergangenen Jahr seien es gerade einmal noch 20 Millionen Euro gewesen. Die deutschen Anbieter versprechen sich gute Absatzchancen aufgrund des hohen Modernisierungsbedarfs bei den Ausrüstern für die Öl- und Gasindustrie sowie im Fahrzeugbereich.

Ein weiterer Wachstumsmarkt sei daneben Mexiko. Der Werkzeugmaschinenverbrauch des Landes habe von 2010 bis 2014 um 85 Prozent zugenommen; der Markt umfasse 1,5 Milliarden Euro. Deutschland sei mit einem Anteil von 14 Prozent hier drittgrößter Lieferant. Vielversprechend sei darüber hinaus die Asean-Region, die ein Marktvolumen von 3,9 Milliarden Euro repräsentiere.

Doch insgesamt sei das internationale Geschäft härter geworden, konstatiert der VDW. So stünden die Schwellenländer aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise unter Druck. Russland etwa leide unter dem schwachen Rubel ebenso wie unter dem niedrigen Ölpreis und Brasilien stecke tief in der Rezession.

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