Wachstumsmarkt
Warum Mittelständler in Spaniens Seniorenresidenzen investieren

Seniorendomizile in Spanien bieten für Investoren attraktive Chancen. Denn auch hier werden die Menschen immer älter – und viele Ausländer schätzen das Land als Ruhesitz. Auch neue gesetzliche Regelungen fördern die positive Entwicklung des Sektors.

MADRID. „Der Sektor der Seniorenresidenzen ist ein Wachstumsmarkt, die Nachfrage nimmt stark zu“, stellt Ignacio Vivas Soler, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Ballesol fest. Mit 13 neuen Projekten will Ballesol die Gesamtzahl seiner Residenzen bis 2008 auf 47 anheben und seine Marktstellung ausbauen.

Neue gesetzliche Regelungen fördern die positive Entwicklung des Sektors. Am 1. Januar 2007 trat ein Gesetz in Kraft (Ley de Dependencia), das unter anderem den Pflegebereich sowie die Betreuung alter beziehungsweise behinderter Menschen neu regelt. Dadurch wird der Bedarf an Heimplätzen weiter steigen. Bis 2015 will die öffentliche Hand über 25 Milliarden Euro zur Verbesserung der Sozialdienste bereitstellen. Schon heute wird von staatlicher und privater Seite kräftig investiert: Gegenwärtig entstehen im Rahmen von landesweit etwa 700 Bauvorhaben über 70.000 neue Plätze in Seniorenresidenzen.

Auch deutsche Stellen haben Spanien als Standort für Seniorenheime für sich entdeckt. Kirchliche Träger aus Deutschland haben sich hier ebenso niedergelassen wie private Investoren; es gibt auch Privatresidenzen mit deutsch-spanischem Kapital. „Der Anstoß ging von kirchlicher Seite mit der Betreuung der hier lebenden Deutschen aus“, erklärt Andrea Graul. Sie leitet die zum Evangelischen Johanneswerk gehörende Residencia Costa Tropical in Almuñecar, das älteste deutsche Seniorendomizil in Andalusien. Mittlerweile unterhält das Johanneswerk zwei weitere Einrichtungen an der Costa Blanca. „Außer Deutschen haben wir heute aber auch Österreicher, Holländer, Belgier, Skandinavier und Briten unter unseren Bewohnern.“

Viele Deutsche besitzen Immobilien in Spanien und verbringen einen Großteil des Jahres dort. Der Umzug von der spanischen Zweitin die Seniorenresidenz ist für viele von ihnen naheliegend. „Wir wenden uns mit unserem Angebot gezielt an eine deutschsprachige Klientel, die schon in Spanien lebt beziehungsweise die Spanien vom Urlaub her kennt“, sagt Thomas Eckhardt, stellvertretender Leiter der neu eröffneten Seniorenresidenz Margarethenhof in Marbella, die über 80 Wohnappartements und einen Pflegebereich verfügt. Finanziert wird das Haus von einer privaten Investorengruppe.

Viele Geschäftsmöglichkeiten Der größte Kostenfaktor für Heimbetreiber sind die Aufwendungen für das Pflegepersonal. „Die liegen in Spanien noch unter dem deutschen Niveau“, weiß Pflegedirektorin Miriam Repa-Reuss von der Seniorenresidenz Martina in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. „Aus diesem Grund haben wir auch einen anderen Personalschlüssel: Auf fünf pflegebedürftige Personen kommt eine Pflegekraft.“

Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen bestehen in verschiedenen Gebieten. Vom Direktengagement und der Kompletteinrichtung über die Lieferung von medizinischen und therapeutischen Geräten und Apparaten bis hin zu Informations- und Kommunikationssystemen.

„Für Mittelständler ist die beste Form der Markterschließung die Zusammenarbeit mit einem spanischen Partner“, meint Nicolás Klingenberg, Geschäftsführer von Grupo Neat, einem der führenden Hersteller von Hausnotrufgeräten. Obwohl das Preisniveau oft hoch ist, genießen deutsche Erzeugnisse einen exzellenten Ruf, da sie für hohes Technologieniveau, beste Qualitätsstandards und lange Lebensdauer stehen.

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