Wagniskapital-Branche
Finanzspritzen für Gründer werden seltener

Unternehmensgründer müssen bei der Finanzierung ihrer Ideen künftig damit rechnen, dass Wagniskapitalgeber deutlich zugeknöpfter sind. Zwar befanden sich die Investitionen in diesem Segment im vergangenen Quartal auf einem Sieben-Jahres-Hoch. Doch trotz der zuletzt positiven Zahlen macht sich in der Wagniskapital-Branche Pessimismus breit.

FRANKFURT. Unternehmensgründer müssen bei der Finanzierung ihrer Ideen künftig damit rechnen, dass Wagniskapitalgeber deutlich zugeknöpfter sind. Zwar befanden sich die Investitionen in diesem Segment im vergangenen Quartal auf einem Sieben-Jahres-Hoch. Dies dürfte sich aber bald ändern: "In den kommenden Monaten rechnen wir zunächst mit sinkenden Investitionsleistungen bei der Wagniskapitalvergabe", sagt Dörte Höppner, Geschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden nun für starke Verunsicherung in diesem Segment sorgen.

Das Geschäft mit der Wagniskapitalvergabe leidet nur indirekt und zeitverzögert unter der Finanzkrise. Laut einer repräsentativen jährlichen Umfrage investierten 35 Wagniskapitalgeber - Venture-Capital-Fonds - im letzten Quartal 2008 mit 565 Mio. Euro 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kassen der Fonds seien noch gut gefüllt, Investoren profitierten von gesunkenen Unternehmensbewertungen, so der Tenor der VC-Gesellschaften.

"Die Finanzkrise tangiert die relativ marktunabhängigen VC-Fonds bisher wenig, indirekte Effekte dürften ab 2009 die Branche jedoch zunehmend belasten", glaubt Götz Hoye von der Unternehmensberatung FHP Private Equity. Auf Grund eigener Liquiditätsprobleme würden institutionelle Investoren als Kapitalgeber der VC-Fonds künftig ausfallen oder sich spürbar zurückhalten.

"Im laufenden Jahr wird es deutlich schwieriger werden, eine Erstfinanzierung zu bekommen", sagt auch Hans Schreck vom Fonds TVM Capital. Neue VC-Fonds würden sich schwer tun. Ein Großteil ihres Vermögens stammt von Banken, Pensionsfonds, Versicherern oder Asset-Managern, die zum Teil von der Krise stark betroffen sind.

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