Walter Reis
Ein Erfinder und Kunden-Versteher

Werkzeugbauer, Gießereien oder Automobilzulieferer - alle arbeiten mit Reis. Genauer: Mit Robotern der Marke Reis. Seit 1973 baut Walter Reis Roboter für die Industrie. Auf dem Markt ist die Firma längst eine anerkannte Größe - auch dank der Erfindergeistes ihres Gründers.

OBERNBURG. Wenn es sein muss, fährt Walter Reis auch am Weihnachtsabend zum Kunden. „Ganz ohne Emotionen geht es in einer solchen Firma nicht“, sagt er beinahe liebevoll. Mit dieser Leidenschaft hat sich der Vollblutunternehmer als Mittelständler einen Platz in der Roboter-Branche erkämpft, in der sonst hauptsächlich Großkonzerne antreten. Um da bestehen zu können, setzt Reis auf Kundenpflege. Und auf Ideen: „Vieles, was heute Stand der Technik ist, kommt aus dem Hause Reis - und darauf sind wir stolz“, sagt der Unternehmer. Ganz ohne fremde Hilfe habe er das geschafft, fügt er launig hinzu: „Kopieren war noch nie unsere Stärke.“

Es gibt nur wenige Werkzeugbauer, Gießereien oder Automobilzulieferer, bei denen nicht irgendwo ein automatischer Helfer von Reis Robotics steht, unverkennbar rot lackiert und blau beschriftet. Der Anlagenbauer aus Obernburg am Main hat sich schon Anfang der 70er Jahre auf die Robotik spezialisiert - und ist heute zu einem der wichtigsten Lieferanten der Industrie geworden. Rund 830 Mitarbeiter hat das Unternehmen inzwischen, weltweit sind es sogar 1 200.

Alle ein bis zwei Jahre bringt das Team um Firmengründer und Geschäftsführer Walter Reis ein neues Roboter-Modell auf den Markt. Seit kurzem baut Reis auch schlüsselfertige Sonderanlagen für die Industrie, zum Beispiel für die Hersteller von Solarzellen. „Der Kunde spart sich so den Extra-Gang vom Roboterhersteller zum Anlagenbauer“, erklärt Reis.

Begonnen hat alles sehr überschaubar: 1957 gründete der damals 22-jährige Walter Reis einen Einmann-Betrieb zur Kunststoffverarbeitung in Obernburg am Main. Etwas Mut habe er damals schon gebraucht, außerdem Erfindergeist, erinnert sich der Firmengründer.

Von seinem ersten Patent, einer Presse für den Werkzeugbau, erzählt er noch heute begeistert und mit Liebe zum technischen Detail: „Mit der Tuschierpresse kann ein Werkzeugbauer Formen nachbearbeiten ohne dabei die Produktionsmaschine belegen zu müssen.“ Teure Produktionsstopps, erklärt Reis, gehörten damit im Werkzeugbau der Vergangenheit an.

Auf diesen frühen Erfolg ist der gelernte Industriekaufmann und Elektriker noch heute spürbar stolz: „Binnen weniger Jahre waren etwa neunzig Prozent aller Tuschierpressen für Formenbauer von Reis.“

Heute biete die Robotertechnik aber mehr Marktpotential und Einsatzmöglichkeiten als der reine Werkzeugbau, weiß der Unternehmer. Mit futuristischen Visionen von laufenden Blechkameraden haben seine automatisierten Helfer dabei nichts gemein: Neue Ideen leitet man im Hause Reis immer aus dem Alltag der Kunden ab. Die Arbeit in den Hallen sei das, was zählt, erklärt der Firmengründer seinen Erfolg.

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