Warsteiner-Chefin Cramer
„Ich liebe Dosenbier!“

In Warstein tauchen Legionellen auf, das Kartellamt brummt eine Strafe auf: Es waren harte Zeiten für die Warsteiner-Brauerei. Doch Chefin Catharina Cramer geht in die Vollen – und hat ein holländisches Bier zum Vorbild.
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WarsteinDie Entscheidung ist vor deutlich mehr als zehn Jahren gefallen, natürlich bei einigen Glas Warsteiner: Catharina Cramer steigt in die Brauerei der Familie ein und übernimmt das Unternehmen mit über 260-jähriger Geschichte in neunter Generation. Die beiden Schwestern hatten zuvor dankend abgewinkt. Marie-Christina hatte sich zwar im Unternehmen ausprobiert, doch dann das Interesse verloren. Ann-Josephine wollte schon immer Wein machen und ist Winzerin in der Toskana geworden. Beim gemeinsamen Bier redeten sie der Jüngsten im Bunde gut zu. Catharina sei verwurzelt im Sauerland, habe Spaß am Unternehmen und am Bier.

Der Enthusiasmus ist bei der Firmenchefin spürbar. „Ich liebe Dosenbier!“, frohlockt Cramer im Gespräch mit dem Handelsblatt (Digitalpass-Kunden lesen das vollständige Gespräch hier). „Wenn die Dose richtig schön kalt ist und dann macht die beim Öffnen so ,zisch' … herrlich!“

Catharina Cramer ist die „Königin unter den Bieren“, auch wenn sie den bekannten Spruch auf den Warsteiner-Flaschen gerade abgeschafft hat. Die 36-jährige ist Alleininhaberin der Haus Cramer KG, der Muttergesellschaft der Warsteiner-Brauerei. Seit acht Jahren sitzt sie nun in der Geschäftsführung der Brauerei. Bis zum Tod von Vater Albert vor zwei Jahren hatte sie in ihm einen Sparringspartner, jetzt trägt sie allein die Verantwortung für etwa 2600 Mitarbeiter, mehrere Biermarken und eine Hotelkette mit 17 Häusern. Mit ihr hat sich der Führungsstil in Warstein geändert.

Führte der Vater mehr autoritär, fordert seine Tochter viel mehr Teamarbeit und ressortübergreifendes Arbeiten. Per Internet-Videokonferenz kommuniziert sie mit Mitarbeitern rund um die Welt. Im Kampf gegen den schrumpfenden deutschen Biermarkt verfolgt sie ein ganz eigenes Ziel: So wie ihr Vater Warsteiner zu einem deutschlandweit getrunkenen Bier gemacht hat, möchte sie die internationale Expansion schaffen.

Die Konkurrenz von Krombacher bis Bitburger mag sich darauf konzentrieren, mit Fassbrausen dem schrumpfenden Stammgeschäft zu entgegnen, „ich will aus der nationalen eine internationale Marke machen“, sagt Cramer. „Das ist ein Problem der deutschen Brauindustrie: Wenn einer was macht, müssen alle anderen sofort hinterher. Ich finde, man muss auch mal seinen eigenen Weg gehen.“

Die eigenen Fassbrause-Pläne blieben daher in der Schublade. Der Fokus liegt auf Kooperationen im Ausland. Von der finnischen Olvi-Brauerei wurde Warsteiner ins Vertriebsprogramm aufgenommen, nachdem das zunächst von ihr vertriebene Heineken eine andere finnische Brauerei gekauft hatte. „Olvi hat uns als deutsches Premium-Bier gegen Heineken ausgesucht – das ist doch ein tolles Kompliment!“, sagt Cramer. Denn Heineken sei „eine tolle Marke“, sei „emotional“ und habe „eine schöne Ausstrahlung“.

Kommentare zu " Warsteiner-Chefin Cramer: „Ich liebe Dosenbier!“"

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  • Ich verstehe die Negativität mancher Kommentare nicht. Vielmehr erklärt diese unsachliche und kritische Neid-Haltung ganz gut, warum es nicht viel mehr Familienunternehmen in der neunten Generation in Deutschland gibt. Ich wünsche Frau Cramer alles Gute und bewundere die unternehmerischen Leistungen der Warsteiner Brauerei.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Legionellen

    Ja, das sind die wirklichen Freiheitskämpfer; mit Dosenbier.

    Muss man ja mal so sagen (dürfen).

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