Wassersport-Firma Grabner: Sie bauen ein knallrotes Gummiboot

Wassersport-Firma Grabner
Sie bauen ein knallrotes Gummiboot

Man kann sogar darauf küssen: Auf der Messe Boot vermarktet eine kleine Firma aus Österreich ungewöhnliche Wassergefährte. Die sind nicht so teuer wie prachtvolle Yachten – aber trotzdem ein lukratives Geschäft.
  • 1

DüsseldorfNein, der Anspielungen auf Wencke Myhres Hit („Er hat ein knallrotes Gummiboot“) ist Gregor Grabner nicht überdrüssig. Sollte man vielleicht auch nicht sein, wenn die ganze Familie ihr Geld mit roten Gummibooten verdient. Aber mit einer Textstelle kann er sich nicht identifizieren. „Das Boot ist eine Konstruktion, die kippt beim Küssen um“, sang die norwegische Schlagersängerin im Jahr 1970. „Habe ich selber schon gemacht und umgekippt bin ich nicht“, sagt der Österreicher.

Grabner Sports heißt die Firma, die von Fachmagazinen gerne als „Global Player“ bezeichnet wird. Tatsächlich ist die Firma weltweit bekannt, allerdings nur in ihrer speziellen Nische: Luftboote. Mit einer Stand-Luftpumpe lassen sich die Paddel-, Schlauch- und Segelboote in zehn Minuten aufbauen. Die laut Firmenregister etwa 40 Mitarbeiter produzieren in Österreich jedes Jahr nach eigener Auskunft mehr als 3000 Boote, der veröffentlichte Umsatz 2011 betrug 3,5 Millionen Euro. Im Einsatz sind die Gefährte weltweit, bei Freizeit-Sportlern, aber auch etwa bei japanischen River-Rafting-Anbietern.

Auf der Wassersport-Messe Boot in Düsseldorf (19. bis 27. Januar) steht der Mittelständler im Schatten der prunkvollen und millionenschweren Yachten. Doch die Firma, aufgebaut nach dem Kauf der Schlauchboot-Fabrik Semperit im Jahr 1986, kämpft nicht mit der schwankenden Nachfrage von Multimillionären. In Deutschland sind bis Ende September 2012 fast ein Viertel weniger Boote und Yachten gefertigt worden als im selben Zeitraum des Vorjahres. Ein Grund: In Italien hat eine Luxussteuer die Nachfrage drastisch einbrechen lassen.

Der Gummiboot-Hersteller trotzte dieser Entwicklung ebenso wie der Finanz- und Wirtschaftskrise. Zweistellige Wachstumsraten habe es in den vergangenen Jahren gegeben, verriet Firmen-Senior Wolfgang, der die Firma gegründet hatte, vor einigen Monaten. „Wir überlegen uns immer etwas Neues“, begründet sein Sohn im Gespräch mit Handelsblatt Online den Erfolg: sei es eine besondere Bugspitze für das Vorzeigeprodukt, ein Katamaran mit Gummi-Rümpfen oder ein besonders kippsicheres Kanu.

Seite 1:

Sie bauen ein knallrotes Gummiboot

Seite 2:

Der Kautschuk stammt von Continental

Kommentare zu " Wassersport-Firma Grabner: Sie bauen ein knallrotes Gummiboot"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Gutes Produkt!!!! Wir fahren seit Jahren ein Grabner Ranger, hatten davor viele Schlauchboote und sind von der Qualität überzeugt. Kommt an die Metzeler-Boote ran!
    Aber: billig ist nicht. Nach dem Motto: wer billig kauft, kauft zweimal, haben wir uns einmal für Grabner entschieden. Das 4-Meter-Boot kann aufgeblasen problemlos auf das Autodach gehoben werden, also keine Transportprobleme mehr. So macht das Freude!!

Serviceangebote