Web 2.0: Warum Unternehmen twittern müssen

Web 2.0
Warum Unternehmen twittern müssen

Müssen Unternehmen in Zeiten des Web 2.0 twittern, um erfolgreich zu sein? Nicole Simon, Buchautorin und Expertin für den Microblogging-Dienst, erklärt, für wen Twitter eine Chance auf mehr Umsatz sein kann, gibt Tipps zum richtigen Umgang mit dem Dienst und sagt, wo Risiken und Grenzen liegen.
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Frau Simon, nehmen wir mal an, ein Unternehmer hat von Twitter gehört, er googelt und stößt auf eine aktuelle britische Studie. Demnach ist Twitter ein Produktivitätskiller, weil Angestellte durch ihre Aktivitäten dort täglich 40 Minuten ihrer Arbeitszeit verlieren. Warum sollte sich der Unternehmer trotzdem für Twitter begeistern?

Nicole Simon: Ach, wissen Sie, das ist genauso, als wenn jemand nach dem Begriff „Internet“ googelt und herausfindet: O mein Gott, da verbringen die Leute ja Zeit mit! Und es dann deswegen abtut. Das ist eine interessante Vorgehensweise, aber für ein Unternehmen sicherlich komplett verkehrt, weil man anders ansetzen muss: Der Unternehmer sollte sich fragen, wo seine Kunden oder die Presse gerade unterwegs sind. Das sind aus meiner Sicht nämlich die beiden Hauptzielgruppen, die ein Unternehmer mit seinen Produkten oder Nachrichten draußen erreichen möchte – mit dem Endziel, etwas zu verkaufen.

Aber Sie stimmen doch zu, dass es verschwendete Zeit im Internet gibt?

Auf jeden Fall! Das ist ja auch einer der Gründe, warum viele Unternehmen anfangen, Seiten zu sperren. Ich kenne sogar große Firmen, die zum Beispiel den Zugang zu Xing blockieren, weil die Mitarbeiter dort Zeit verschwenden. Seit vielen Jahren sperren Unternehmen auch Angebote wie Ebay. Und heute sind eben auch die sozialen Netzwerke mit dabei. Auf der einen Seite klingt das alles ganz normal und in Ordnung, weil man glaubt, damit die Produktivität zu erhöhen. Wenn man aber die Mitarbeiter nicht vernünftig so leiten kann, dass sie die Werkzeuge, die ihnen zur Verfügung stehen, verwenden können, dann hat man noch ganz andere Probleme. Wenn mir mein Arbeitgeber sämtlichen Zugang sperrt, dann kaufe ich mir vielleicht ein neues Telefon mit Internetzugang – und meine Kaffeepausen werden länger... Das Problem sind nicht die entsprechenden Seiten an sich, sondern dass Mitarbeiter nicht richtig eingebunden sind und nicht wissen, wie sie damit arbeiten sollen. Ich musste in der Vergangenheit feststellen, dass viele Unternehmen keine Ahnung davon haben, wie man mit dem Web 2.0 und Social Media umgeht ...

Worauf stützen Sie diese Aussage?

Das sind meine persönlichen Erfahrungswerte aus Gesprächen weltweit, in denen ich mich mit der üblichen Frage konfrontiert sehe: Wofür braucht man diesen Blödsinn überhaupt? Das ist dann für mich das Zeichen, dass da jemand im Web 1.0 steckengeblieben ist. Die Organe des Unternehmens, die Mitarbeiter in den meisten Fällen, sind also nicht in der Lage, mit diesen Tools umzugehen, ihre Relevanz einzuschätzen und dann auch zu wissen, ob man zum Beispiel twittern sollte und – wenn ja – wer.

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Kommentare zu " Web 2.0: Warum Unternehmen twittern müssen"

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  • ich glaube, dass twittern für immer mehr Unternehmen wirklich Vorteile bringt. Man muss als Unternehmen nur sehr darauf achten, dass man nicht jeden Unfug twittert, denn sonst nehmen die tweets überhand. Wenn man sich aber auf wenige wesentliche tweets beschränkt, die nach Möglichkeit für die Zielgruppe auch wirklich von Relevanz sind,dann ist das eine komfortable Möglichkeit, kurze knappe informationen schnell zu verbreiten. ich denke, es gilt hier der Grundsatz: Weniger ist mehr!

  • Das ist ein wirklich interessanter Artikel und diese Diskussion haben wir auch auf Xing in unser SM Monitoring Gruppe:

    ==> http://su.pr/Akb78y

    Twitter ist super aber sicherlich nicht um Kunden zu finden, ausser wir verkaufen all Computer wie Dell oder Waschmittel wie Henkel.

    ich weiss auch nicht ob ein Mittelstaendler mehrere Leute zur Verfuegung hatte welche alle tweeten koennen.

    Wenn die Chefin auf Twitter ist und sich die Zeit nimmt einmal am Tag was rauszulassen dann kommt dies wohl am besten an....

    Danke fuer diesen interessanten Artikel.

    Urs
    Fuer die besten Twitter Tools mal hier reinschauen:
    ===> http://commetrics.com/articles/best-100-twitter-tools/

  • Ein wunderbarer und authentischer bericht über die Realität. Ganz ähnlich habe ich dies im bisherigen Arbeitsleben als Angestellter wahrgenommen. Neue Technologien (internet gab es 1998 nur auf einem speziell freigeschalteten Rechner für 120 Angestellte - heute undenkbar!) lösen immer wieder Kontrollängste aus bei Chefs und dem Management.

    Es ist wie mit Kindern, denen man auch entsprechende Freiräume innerhalb des Familiensystems geben sollte, ansonsten suchen sie sich -kreativ wie alle Menschen, egal welchen Alters und Ausbildung- neue Wege, um ihre bedürfnisse zu befriedigen.

    Nach zehn Jahren des Angestelltendaseins habe ich mich seit einem Jahr selbstständig gemacht und baue einen CoWorking Space in Dresden auf. Grundlage ist Transparenz und eben genau die Nutzung von WebZwoNull-Technologien wie Twitter, Wiki, XiNG, etc.

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