Wechselkurse
Gelassen mit dem Ausland handeln

Die deutsche Wirtschaft hat es im vergangenen Jahr wieder geschafft: Deutschland ist Exportweltmeister. Mittelständler, die über Währungsgrenzen hinweg Handel treiben, müssen aber aufpassen. Sie sollten sich gegen Kursschwankungen absichern, um ihre Margen nicht in Gefahr zu bringen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

KÖLN. Eine besonders unangenehme Folge der Finanzkrise: Deutschlands Exporte sind in den vergangenen Monaten stark gesunken. Im November 2008 führten deutsche Unternehmen dem Statistischen Bundesamt zufolge fast 12 Prozent weniger Güter ins Ausland aus als im Vorjahresmonat. "Der Jahresbeginn 2009 dürfte schwierig werden", prognostizierte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels Anton Börner im vergangenen Dezember. Trotzdem ist Deutschland nach wie vor Exportspitze, und der Export Motor der deutschen Wirtschaft - zu einem großen Teil ist das der Verdienst des Mittelstands.

Bei Geschäften über Währungsgrenzen hinweg, also im Im- und Export, gibt es allerdings ein Problem: Die Wechselkurse schwanken. Wenn ein deutscher Mittelständler und ein US-Amerikaner ein Geschäft über eine Maschinenlieferung im Wert von zwei Mio. Euro abschließen und Monate später, wenn die Maschinen in die USA geliefert werden, der Euro gegenüber dem Dollar plötzlich viel mehr wert ist als zum Zeitpunkt der Bestellung, schmälert das die Marge des deutschen Unternehmers.

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Ein solches Risiko einzugehen, sollten Mittelständler vermeiden. Deshalb gibt es Instrumente, mit denen sich Unternehmer gegen Wechselkursschwankungen absichern können. "Unternehmen wollen bei Auslandsgeschäften eine feste Kalkulationsbasis", sagt Jörg Haarhus, Leiter des Produktmanagements im Bereich Corporate Banking der Commerzbank. " Mit der Finanzmarktkrise haben sich die Volatilitäten der Währungen stark erhöht. Sensibilität und Sicherheitsbedarf vieler Kunden sind größer geworden, und die Absicherungsinstrumente werden viel stärker nachgefragt als zuvor, obwohl die Exporte zurückgehen." Exporteure und Importeure, die noch nicht abgesichert sind, sollten sich diese Instrumente genau ansehen.

Die erste Möglichkeit, sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern, sind Termingeschäfte. Wenn der Vertragsschluss deutlich vor der eigentlichen Abwicklung liegt, vereinbaren die Vertragspartner im Voraus einen festen Preis für die Ware. Zu Termingeschäften zur Währungsabsicherung zählen etwa Devisen- und Optionsgeschäfte.

Optionsgeschäfte sind so genannte bedingte Termingeschäfte. Das heißt, der Käufer hat das Recht, aber nicht die Pflicht, bestimmte Waren zu einem zuvor festgelegten Preis zu übernehmen. Er hat auf diese Waren eine Option. Wenn sich der Wechselkurs für ihn günstig entwickelt, kann er die finanziellen Vorteile daraus nutzen, muss aber nicht die Nachteile in Kauf nehmen, wenn der Kurs sich ungünstig entwickeln sollte. Wenn der Käufer die Option auf die Ware nicht in Anspruch nimmt, hat er allerdings dem Optionsgeber die Optionsprämie umsonst bezahlt.

Devisengeschäfte sind im Gegensatz dazu Termingeschäfte ohne solche Bedingungen: Der Kunde verpflichtet sich dazu, die Ware zu einem bestimmten Termin entgegenzunehmen und sie zu einem vereinbarten Kurs zu bezahlen. "Devisentermingeschäfte werden am meisten genutzt, aber Optionsgeschäfte gewinnen hinzu", sagt Haarhus.

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