Wechselkurse
Wenn der Dollar zum Risiko wird

Weil Wechselkurse für die deutschen Exportunternehmen von so zentraler Bedeutung sind, müssen sie sich gegen Schwankungen gut absichern. Dazu bieten ihnen die Banken eine ganze Palette von Produkten an. Die Kunst liegt in der richtigen Auswahl der Risiken.

FRANKFURT. Der Blick auf den Devisenmarkt macht vielen deutschen Unternehmern zurzeit wenig Freude. Scheinbar ungebremst steigt der Euro von einem Rekordhoch zum nächsten. Im Vergleich zum amerikanischen Dollar hat die europäische Gemeinschaftswährung seit Ende 2002 etwa die Hälfte an Wert zugelegt. Ende Februar war ein Euro erstmals mehr als 1,50 Dollar wert, zwischenzeitlich waren es bereits rund 1,55 Dollar. Und eine Gegenbewegung ist bisher nicht abzusehen.

Für Unternehmen, die Geschäfte im Dollar-Raum machen, ist der Anstieg des Euros ein ernsthaftes Problem. Denn mit jedem Cent, den der Euro zum Dollar gutmacht, verlieren Umsätze in der Dollar-Region an Wert. Während Großkonzerne dies zum Teil dadurch auffangen, dass sie auch Produktionsstätten in den Dollar-Raum verlegen, haben viele kleinere Unternehmen diese Möglichkeit des natürlichen Hedgings nicht.

Umso bedeutender ist vor diesem Hintergrund eine gute Absicherung gegen Währungsschwankungen. "Das Wichtigste für jedes Unternehmen ist Kalkulationssicherheit. Und die kann man durch Sicherung von Währungs-Cash-Flows, dem so genannten Devisen-Hedging deutlich steigern", sagt Daniel Schappner, Spezialist für Vertriebsstrategie und Produktentwicklung der Commerzbank Mittelstandsbank.

Eine Botschaft, die bei den Firmen auch angekommen ist: "Die Entwicklung ist sehr positiv. Das Risikomanagement hat auch bei kleineren Unternehmen deutlich an Bedeutung gewonnen. Insgesamt ist das Fachwissen in den Finanzabteilungen stark gestiegen", sagt Martin Güldenberg, Managing Director im Risk Advisory bei Barclays Capital.

Dafür bieten sich den Unternehmen zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, angefangen von fixen Future-Kontrakten bis hin zu speziell zugeschnittenen Optionslösungen. "Je wahrscheinlicher ein künftiger Cash-Flow ist, desto wichtiger ist die Absicherung. Umgekehrt ist es ratsam, sich mit steigendem Grad der Unsicherheit auch mehr Flexibilität beim Hedging zu verschaffen", erklärt Güldenberg.

Die einfachste, aber auch unflexibelste Form, zukünftige Zahlungsströme abzusichern, ist der direkte Weg über den Terminmarkt. Mit Hilfe von Forward-Kontrakten können sich Firmen hier einen fixen Währungskurs sichern, zu dem sie an einem späteren Zeitpunkt ein Devisentauschgeschäft abwickeln.

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