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WECONOMY 2015

Jalousien die kommunizieren
Times-Square-Atmosphäre fürs Büro

Bürofenster als LED-Leinwände - das ist die Vision von Mariana Yordanova. Die Weconomy-Gewinnerin musste ihr Produkt aber an die deutsche Kultur anpassen, denn Tageslicht geht hier vor. Ihre Lösung: eine LED-Jalousie.
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Düsseldorf„Es können nicht alle ein Google werden“, sagt Mariana Yordanova über die Erfolgsaussichten junger Unternehmer. Sie selbst würde es vielleicht gerne. Auffällig oft bezieht sie sich auf große amerikanische Start-ups.

Dabei stammt die Idee für ihr Unternehmen Mediabiose aus Japan. Dort hat Mariana Yordanova als Architekturstudentin Gefallen gefunden an bunten Häuserwänden, den Medienfassaden. Während eines Austauschprogramms an der Universität Tokio erkannte sie das Potenzial von kommerziell genutzten Fassaden.

Das sind meist massive LED-Leinwände an den Fensterfronten von Büro- oder Geschäftsgebäuden. In Tokio gibt es sie, mit langer Tradition. Aber auch in London am Piccadilly Circus oder am Times Square in New York flackern die Leinwände. Teilweise bringt die Vermietung der Fassaden sogar mehr Geld, als die Stockwerke zu nutzten, sagt Yordanova. Hinter den leuchtend tanzenden Fronten entsteht dann schwarze Leere im Gebäude.

Geht es nach Mariana Yordanova, soll bald jedes Unternehmen mit ihrem Produkt LED-Botschaften auf die Straße senden können und seine Büros weiter normal nutzen, auch öffentliche Gebäude könnten ihre Fassaden zu einem kommunikativen Stadtportal machen.

Was in Japan klappt, muss doch auch in Deutschland funktionieren können, dachte Yordanova sich. Dafür hat die gebürtige Bulgarin ihre Version einer LED-Fassade an die deutsche Kultur angepasst. Denn: „Das langzeitige Verdecken von Fassaden ist in Europa fast undenkbar“, sagt sie.

Also hat sie LED-Pixel in eine handelsübliche Fensterjalousie integriert. Es gebe schließlich in fast jedem Büroraum einen Sonnenschutz an den Fenstern. Die Mediajalousie soll noch 95 Prozent des Sonnenlichts durchscheinen lassen. Hochgefahren blockiert sie gar kein Licht. Für ihr Produkt sei das enorm wichtig, weil die Deutschen an ihren Arbeitsplätzen nicht glücklich würden, ohne Tageslicht. In Japan ist das kein Problem, erklärt die 33-Jährige. Dort gehe niemand davon aus, einen Arbeitsplatz mit Tageslicht zu haben. Schatten sei in Japan etwas Gutes, wegen des warmen Klimas.

Die LEDs, etwas größer als ein Stecknadelkopf, können auch auf vorhandenen Jalousien installiert werden. Sonst kommt die Mediajalousie als Paket inklusive Leuchtmittel, Steuerungseinheit und Softwareprogramm. Der Kunde muss am Computer nur noch seine Botschaft eingeben, und schon wirbt, informiert oder unterhält seine Fassade die Passanten.

Wie an den Ticker-Leinwänden in New York können auf der Jalousie laufende Texte angezeigt werden, bei größeren Flächen sogar Bilder und Videos. Gängige Bild- und Videoformate garantieren eine einfache Programmierung per USB oder W-LAN.

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