Special

WECONOMY 2015

Weconomy-Preis
Starthilfe für Start-ups

Von kaum jemandem können Gründer so viel lernen wie von erfahrenen Unternehmern. Beim Gründerpreis "Weconomy" geben sogar Top-Manager der deutschen Wirtschaft Rat.
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Baden-Baden, DüsseldorfAllein oder mit einem Partner produzieren? In hochwertiger Kleinserie oder in großen Mengen für den Massenmarkt? Die Gründer Marcus Schlüter und Johannes Biechele stellten diese Fragen nicht nur sich selbst, sondern am vergangenen Wochenende auch Experten wie Burkhard Schwenker, dem Aufsichtsratschef der Beratung Roland Berger, oder Bosch-Chef Franz Fehrenbach.

Die Antworten haben die beiden in ihrem Weg bestärkt. Ihr Elektro-Mountainbike mit leichtem und herausnehmbarem Antrieb und Akku werden sie in kleiner, hochpreisiger Serie herstellen.

Genau diese Beratung hatten sich die beiden Münchener vom Netzwerk-Wochenende Mitte Oktober erhofft - einem Wochenende, an dem sie ihr Geschäftsmodell in Baden-Baden mit Top-Managern der deutschen Wirtschaft diskutierten.

Als eines von zehn Gewinnerteams des Gründerwettbewerbs Weconomy, den das Unternehmernetzwerk Wissensfabrik und das Handelsblatt ausschreiben, holten sie sich Rat und Entscheidungshilfe bei Managern wie Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht, dem Chef der Fischer-Gruppe, Klaus Fischer, oder Martin Herrenknecht, dem Gründer des gleichnamigen Tunnelbaumaschinenherstellers. "Wir haben genau das bekommen, was wir gesucht haben", sagt Schlüter.

Die Gründer haben einen Preis gewonnen, den es in Deutschland kein zweites Mal gibt. 45 Gründer ließen sich im Rahmen des Wettbewerbs bisher von den Top-Managern beraten und von der Wissensfabrik begleiten, 41 sind heute noch am Markt.

Überzeugt haben in diesem Jahr Teams, die Geräte mit Gesten steuern, die auf Jalousien Botschaften zum Leuchten bringen, die Minicomputer, etwa in der Heizung, dazu bringen, Daten zu messen und kabellos zu übertragen oder Onlineumfragen mit wenigen Mausklicks umsetzen. "Die Ideen und Produkte der jungen Gründer sind beeindruckend", sagt Klaus Fischer. "Was häufig noch fehlt, ist die Marktorientierung: Wo habe ich die beste Anwendung für meinen Kunden und die größte Chance, mein Produkt auch zu verkaufen?"

Fragen, die sich auch die Evation-Gründer Schlüter und Biechele stellen - oder gestellt haben. Sie werden in die Nische gehen, rund 5 000 Euro wird ihr Mountainbike mit Elektroantrieb kosten. Motor und Akku ihres Rads sind in einem austauschbaren, 3,7 Kilo leichten Aggregat am Unterrohr befestigt. In Sekunden kann der Fahrer das ausbauen und durch eine Blende ersetzen. So wird mit einem Handgriff aus dem E-Bike wieder ein konventionelles Rad. Innerhalb eines Jahres soll das Evation-Bike auf den Markt kommen.

So weit sind die Gründer von Gestigon noch nicht. Sascha Klement und Moritz von Grotthuss haben eine Software entwickelt, mit der sich Geräte berührungslos mit Gesten steuern lassen. Die Gründer bewegen sich damit auf einem Gebiet mit knallhartem Wettbewerb. Samsung hat schon einen Fernseher, der weitgehend ohne Fernbedienung auskommt. "Unser Algorithmus ist so konzipiert, dass die Erkennung der Gesten schneller und differenzierter ist als bei der Konkurrenz und dennoch weniger Rechnerleistung braucht", sagt Klement.

Das Gründerteam, das zehn Mitarbeiter beschäftigt, wollte vor allem Kontakte in die Wirtschaft knüpfen. Das ist ihnen gelungen. Top-Manager Peter Kirschbauer, Vorstandschef der SAP-Ausgründung Inter-Component-Ware, probierte die Software, verkleinerte Dinge auf einem ganz normalen Laptop oder blätterte um - und das alles aus zwei Meter Entfernung. Und Kirschbaum kennt SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe und dessen Vorliebe für derartige Technologien. Er will den Gründern nun einen Kontakt herstellen.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Schöner Artikel zu dem ersten Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Start-up-Hub http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/5401-bundespraesident-gauck-und-die-start-up-industrie

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