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WECONOMY 2015

Weconomy-Sieger Saxray
Die Kraft der Strahlen

Materialwissenschaftler und Nanotechnologen werden sich freuen: Die Firma Saxray aus Dresden entwickelte eine neuartige Röntgenoptik, die bei der Analyse von Werkstoffen schnelle und zuverlässige Ergebnisse liefert.
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DüsseldorfBisher gab es bei materialwissenschaftlichen Analysen mit Röntgenstrahlung keine Optik mit Autofokussystem. Die exakte Position der Optik im Strahl musste manuell abgestimmt werden. Das heißt per Hand und vor allem durch zahlreiche Zwischenschritte. Je nach Verfahren konnte das für den ungeübten Anwender bis zu mehreren Tagen dauern.

Doch jetzt ist alles anders. Die Adaptive Röntgenoptik (ARO) der Saxray GmbH konfektioniert die Strahlung durch extrem dünne Schichten, die in der Optik verwendet und nun mit einer neuartigen Intelligenz versehen werden. Sie lenkt sie dann optimal und kontinuierlich überwacht auf das Analysematerial. Ein elektronisches Signal zeigt an, ob die Messung erfolgen kann. Grünes Licht bedeutet ja, rotes Licht nein. Das Verfahren wird dadurch revolutioniert: Es wird bedienerfreundlicher, präziser und ermöglicht erstmals eine Angabe zur Güte der Messergebnisse.

Zahlreiche Industriefelder profitieren von der Innovation, denn eine exakte Werkstoff-Analyse ist die Grundlage für jegliche Art der Modifizierung. Egal welche Eigenschaften verändert werden sollen, ob es härter oder biegsamer, glänzender oder matter sein soll – zuerst muss die Atomanordnung Auskunft über den Ist-Zustand liefern, bevor über den Soll-Zustand nachgedacht werden kann. Doch die Röntgenanalytik hat noch viele weitere Anwendungsgebiete. Zum Beispiel kann so das Alter von Gemälden bestimmt werden, denn die Zusammensetzung der Farbe gibt Auskunft über den Entstehungszeitpunkt.

Spricht der Firmengründer Tilman Leisegang über Röntgenstrahlen, ist seine Begeisterung spürbar. Auch nach Dienstschluss beschäftigt er sich noch mit dem Thema. So liest er in seiner Freizeit Biografien von Wilhelm Konrad Röntgen und interessiert sich für die Geschichte der Strahlung. Der Physiker sieht ein enormes Potenzial in dem Forschungsbereich: „Etwa 30 naturwissenschaftliche Nobelpreise seit der ersten Verleihung hatten alle direkt oder indirekt mit der Röntgenanalytik zu tun. Da ist weiterhin viel Potenzial drin“.

Leisegang promovierte an der TU Bergakademie Freiberg im Bereich der Kristallographie. Dabei analysierte er die Strukturen von Seltenerd-Verbindungen. Früh erkannte er, dass seine Forschung auch für die Industrie interessant ist. 2011 gründet er die Firma Saxray, die er zusammen mit dem Wirtschaftsingenieur Robert Schmid und dem Mechatroniker Marco Herrmann betreibt. Das Trio ergänzt sich gut: Leisegang forscht und vertritt die Firma nach außen, Schmid kümmert sich um die Finanzen, Herrmann ist für die praktische Umsetzung zuständig. Das Büro im neu gegründeten Technologiezentrum für Nanoelektronik spiegelt diese drei Bereiche wider: Neben Konferenzecken und normalen Arbeitsplätzen beherbergen die Räume auch Werkstatt und Versuchslabor.

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Die Kraft der Strahlen

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