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WECONOMY 2015

Weconomy-Sieger Vemcon
Lernst du noch oder baggerst du schon?

Das Münchner Start-up Vemcon hat eine neue Steuertechnik für Baumaschinen entwickelt. Mit einem „Joystick“ soll baggern, lenken und stapeln einfacher werden – und sicherer. Die Vorteile der Erfindung liegen auf der Hand.
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DüsseldorfGräben ausheben, Lasten wegfahren oder Böschungen anlegen – bevor ein Baggerfahrer das erste Mal seine Kabinentür schließen und loslegen darf, hat er einige Zeit und einiges Geld in seine Ausbildung investiert. Fahren und Schwenken, Laden und Entladen: Ohne Vorkenntnisse dauert die Baggerschule etwa beim Ausbilder Flur-Tec bis zu 15 Tage. Kostenpunkt: über 1000 Euro für den kürzesten von der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft anerkannten Lehrgang.

Jan Rotard, Bakir Kreso und Julian Profanter vom Münchner Startup Vemcon wollten das ändern. Sie haben eine Technik entwickelt, die die Arbeit auf einer Baustelle gleichzeitig beschleunigen, vereinfachen und sicherer machen soll: den „UniGrip“. Das ist ein flexibler Steuerknüppel mit kippbarem Griff, sagt Vemcon-Chef Jan Rotard.

Der „UniGrip“ habe „sechs Freiheitsgrade“, erklärt der studierte Maschinenbauer und meint damit: Der Steuerknüppel kann in sechs Richtungen bewegt werden. „Vor und zurück, links, rechts, hoch und runter“. Rotard veranschaulicht das, indem er einen etwa 40 Zentimeter langen Beispielgriff in die angesprochenen Richtungen zieht, drückt und beugt. Kippt der Maschinenführer den Steuerhebel also nach vorne, nach links, nach rechts oder nach oben und unten, dann schwenkt auch das Fahrzeug samt Schaufel in die entsprechende Richtung. Legt der Fahrer seine Hand auf den Griff und macht eine Kippbewegung nach vorne, dann leert sich die Schaufel, bei der gegenläufigen Handbewegung nimmt sie Erde auf. So einfach ist das. Und weil das so einfach ist, bezeichnet Rotard die Technik als „intuitive Bedienung“. Ein System also, bei dem die Baumaschinenfahrer im Kleinen die Abläufe durchführen, die die Bagger, Gabelstapler oder Greifroboter dann nachahmen.  

Die Spieler von Computerspielen kennen das „Joystick“-Prinzip. Laut Rotard bedeutet die Hebel-Idee im Baustellenalltag deutlich einfacherer Arbeitsabläufe: „Momentan sind die Maschinen komplex und schwer zu steuern.“ Bei der gebräuchlichen Bedienungsweise müssten Pedalen, Hebel und Lenkrädermit mit hohem Konzentrationsaufwand aufeinander abgestimmt werden. Denn bei bisherigen Baggern könne  – je nach Systemart – etwa die wenig naheliegende Bewegung „linker Hebel nach rechts“ der Schaufel den Befehl erteilen, sich von ihrem Inhalt zu entledigen. Die Bewegung der Hände entspreche bislang also nicht den Maschinenbewegungen.

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