Weihnachtsbäume Das große Aufbäumen

Die meisten Weihnachtsbäume kommen aus dem Sauerland. Das gewaltige Wachstum der Plantagen in der Region hat zu Protesten geführt und das Image der Branche ramponiert. Höhepunkt: Ein Gesetz gegen Bäume im Wald.
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Waldbauer Eberhard Hennecke in einer seiner Plantagen im sauerländischen Sundern. Quelle: Moritz Schröder

Waldbauer Eberhard Hennecke in einer seiner Plantagen im sauerländischen Sundern.

(Foto: Moritz Schröder)

SundernMehr als eine Stunde lang ist das alte Ehepaar gefahren. 70 Kilometer aus dem Ruhrgebiet, mitten hinein in die Hügelketten des Sauerlands. Alles für den perfekten Weihnachtsbaum. Auf dem Hof von Waldbesitzer Eberhard Hennecke wollen sie ihn finden.

Doch vom Chef bekommen sie nur einen eiligen Händedruck. Er hastet hinüber zu dem schweren Laster. Der Lkw verschlingt einige hundert Bäume und Henneckes gesamte Aufmerksamkeit. „60 vorne, 50 hinten! Jimmy, pass auf, dass keine Äste abbrechen!“ Das Ehepaar steht verloren da: „Wir sind ja mittlerweile Kleckerkunden für den Hennecke.“

Hennecke pflegt zwar auch noch seine Privatkunden, doch er dreht mittlerweile größere Räder – und das hat er auch einem Orkan zu verdanken. Im Jahr 2007 donnerte Kyrill über Deutschland. Im Sauerland riss er tausende Hektar Bäume aus den Wäldern. Die Waldbauern gerieten in Not, mussten schlagartig große Mengen Holz verkaufen.  Und dann nutzten viele die freigewordenen Flächen für den Anbau von Weihnachtsbäumen und Schnittgrün für die Festtage.

Allein Eberhard Hennecke nahm mehrere hunderttausend Euro in die Hand und vergrößerte seine Plantagen um mehr ein Viertel. Wenn er heute mit dem Allrad-Kombi in seine Parzellen auf den Hügeln und in den Tälern fährt, braucht er viel Zeit und ein genaues Auge. Manche seiner Felder liegen 40 Kilometer vom Hof entfernt: „Manchmal denke ich: Hoffentlich vergisst du nichts.“

Das Sauerland ist Deutschlands größte Weihnachtsbaumfabrik, jährlich schleppen die Deutschen fast 30 Millionen Bäume in ihre Wohnzimmer – und Hennecke hat einen der großen Betriebe. Beim Schnittgrün für Adventskränze und Gestecke sei er im Sauerland sogar der größte, sagt er. Fünf Baumarten zieht er auf rund 250 Hektar, 30 Mitarbeiter verpflichtet er in der Hochsaison. An solche Maßstäbe kommt in anderen Regionen Deutschlands niemand heran.

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6 Kommentare zu "Weihnachtsbäume: Das große Aufbäumen"

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  • Dass man Fleisch isst, um zu leben ist schon oky so. Wir leben in einer relativ freiheitlichen Gesellschaft und die uns gegebenen Rechts sollten wir auch nutzen.

    Fairer und nachhaltiger Umgang mit der Natur ist trotzdem ein MUSS. Als Tier-Esser würde ich auch kein Fleisch aus "bedenklicher" Herstellung essen. Und bei anderen Produkten sollte man auch nachsehen, wie nachhaltig und ethisch diese Herstellbetriebe wirklich sind.

    Fair wäre es, dass man auf chemische Kampfstoffe (chemischer Pflanzenschutzstoff) verzichtet und einen fairen Lohn an seine Mitarbeiter zahlt.

  • na gut wo kommt dein baumk her aus dem eigenen garten . welch ein schwachsinn . ich arbeite im gartenbau und es muss alles saube rund frei von allem schädlciehn sein. letztendlcih ist der verbraucher schuld an der misere . wenn äpfel mit schorf aktzeptiert werden dann muss nicht mehr gespritzt werden . alle wollen aber äpfel sehr schön , weihnachtsbäume sehr schön . und kosten darfs ja auch nix . also bitte den ball flach halten bei solchen sinnfreien bemerkungen . erst hirn einschalten

  • Genau und ihr täglich Schnitzel wollten die bösen Grünen Ihnen ja auch wegnehmen,aber davor hat Gott der Herr den Engel Brüderle gesandt,der uns alle gewarnt hat und dafür gesorgt hat,dass wir so blöd bleiben dürfen,wie wir es verdienen.

  • Und das ist noch nicht mal die schlechte Nachricht,denn die lautet:Die Weihnachtsbäume aus dem Sauerland sind massiv mit krebserregenden Pestiziden verseucht.
    Nachzulesen hier:http://www.taz.de/Pestizide-zum-Fest/!129639/

  • Auf diese kommerziell entartete Weihnachtskultur kann ich gerne verzichten. Frohe Weihnachten!

  • Dass die Grünen Weihnachtsbäume verbieten wollen, ist doch klar. Das gehört zum Kulturkampf dazu.

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