Weiler Werkzeugmaschinen
Friedrich Eisler: Brandlöscher und Unternehmer

Weiler-Anlagen werden in der Erdölindustrie, im Flugzeugbau, der Medizintechnik, der Stahlindustrie und sogar in Wasserkraftwerken verwendet, die Hauptabsatzmärkte liegen in Europa und Nordamerika. Inhaber Friedrich K. Eisler hat die bayerischen Weiler Werkzeugmaschinen erst saniert, und später selbst übernommen.

KÖLN. Friedrich K. Eisler hat in seinem Berufsleben schon immer irgendwie mit Metall zu tun gehabt. Nach dem Wirtschaftsstudium in Wien arbeitete er in Stahlkonzernen, verkaufte schlüsselfertige Stahlwerke und komplette Industrieanlagen und sanierte Werkzeugfabriken. Heute ist er Chef der Weiler Werkzeugmaschinen GmbH mit Sitz im bayerischen Emskirchen: "Die Werkzeugmaschinenbranche war einfach der nächste logische Schritt in meinem Werdegang", sagt Eisler selbst über seinen Lebenslauf. In den beiden Weiler-Werken in Emskirchen und im tschechischen Holoubkov bauen 580 Mitarbeiter Drehmaschinen - konventionelle, die noch mit der Hand betrieben werden, genauso wie numerisch gesteuerte Anlagen und so genannte Zyklenmaschinen. Letztere können manuell betrieben werden, haben aber auch eine einfach zu bedienende CNC-Steuerung: "Selbst ein Dreher, der nur auf konventionellen Maschinen ausgebildet wurde, kann den Umgang leicht erlernen", sagt Eisler.

Die Weiler-Anlagen laufen etwa in der Erdölindustrie, im Flugzeugbau, der Medizintechnik, der Stahlindustrie und sogar in Wasserkraftwerken. "Unsere Hauptabsatzmärkte liegen in Europa und Nordamerika, wo wir auch eine Vertriebsniederlassung haben", sagt der Geschäftsführer, der schon für seinen früheren Arbeitgeber in Nordamerika gearbeitet und auch in seiner eigenen Firma den Gang nach Übersee vorangetrieben hat.

Anders als viele mittelständische Unternehmer, hat Eisler seinen Betrieb nicht selbst gegründet oder von den Eltern übernommen. Er hat ihn gekauft. Gegründet wurde der Werkzeugmaschinenbauer schon 1938 von den Familien Weiler und Hubmann. Um die Geschäfte kümmerten sich damals nur die Weilers, Hubmann hielt sich als Geldgeber im Hintergrund. Weiler machte sich mit konventionellen Drehmaschinen schnell einen Namen, besonders im Ausbildungsbereich kamen die Anlagen zum Einsatz. Nach dem Krieg durfte das Unternehmen zunächst keine Werkzeugmaschinen mehr herstellen und sattelte zwischenzeitlich auf landwirtschaftliche Gerätschaften um. Ab 1948 fertigte Weiler wieder Drehmaschinen, in den siebziger Jahren gehörten die Bayern zu den ersten der Branche, die CNC-Maschinen anboten.

Ende der achtziger Jahre geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1990 vom österreichischen Stahlindustriekonzern Voestalpine AG gekauft. Der neue Besitzer schickte einen Mitarbeiter nach Emskirchen: Eisler sollte Weiler zusammen mit dem Sohn des Firmengründers sanieren. Eisler war 1962 direkt nach dem Studium bei der Voestalpine eingestiegen und hatte sich über die Jahre als fähiger Manager bewiesen: Er baute für den Konzern das Nordamerika-Geschäft auf und betreute Kunden in Fernost. Vor seinem Wechsel zu Weiler sanierte Eisler eine Werkzeugfabrik in Österreich. Die Restrukturierung in Emskirchen fiel ihm trotzdem nicht leicht: "Im Gegenteil. Es war eine sehr schwierige Zeit", erinnert sich der Diplomkaufmann, "Wir mussten zwei Standorte stilllegen und weit über 500 Mitarbeiter entlassen."

Als die Voestalpine sich 1995 aus dem Werkzeugmaschinenbau zurückziehen wollte, ergriff Manager Eisler die Chance und kaufte Weiler. Nicht nur aus geschäftlichen Gründen: "Die Mitarbeiter und ihre Familien wachsen einem ja doch ans Herz." Dabei war es nicht leicht, einen Geldgeber für den Kauf zu finden: In den Jahren 1992 bis 1995 gingen viele renommierte deutsche Werkzeugmaschinenhersteller Pleite, die Branche war weder bei Investoren noch bei Banken beliebt: "Es hat für Werkzeugmaschinenbauer einfach kein Geld gegeben."

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